Geheilt durch die Liebe Jesu

Autor: ks. Mieczysław Piotrowski TChr

Die in jedem Menschen tief verwurzelte Sehnsucht, glücklich zu sein, ist ein Gebiet, auf dem der Satan, der größte Feind des menschlichen Glücks, uns besonders intensiv in Versuchung führt.

Seine Verführungsstrategie soll im Menschen die Überzeugung hervorbringen, dass Glück und Wohlbefinden auf nichts anderem beruhen als auf der uneingeschränkten Erfahrung sinnlicher Genüsse und emotionaler Empfindungen. Dies ist eine der hinterhältigsten und gefährlichsten Lügen, denn im Leben des Menschen ist das Wichtigste die Liebe und das Heranreifen zur Liebe, und nicht die Konzentration auf ungezügeltem Konsum sinnlicher Vergnügungen und Eindrücke. Wenn die uneingeschränkte Erfahrung von Genuss zum Hauptziel des Lebens wird, dann verwandelt sie sich in unbeherrschbare Begierde, die den Menschen degradiert und in die Sklaverei des Egoismus verstrickt, womit sie in ihm die Fähigkeit zu selbstloser Liebe zerstört, ihm tiefe geistige Verletzungen zufügt und ihn in verschiedene Formen von Abhängigkeit treibt, durch Alkohol, Drogen, Sex, Pornografie u.Ä. Die Sehnsucht nach uneingeschränktem Glück, das jedem menschlichen Herzen eingeschrieben ist, kann nur Gott stillen, der die Liebe ist.

Von dieser Wahrheit zeugt mit großer Kraft die Gemeinschaft Cenacolo, die 56 Häuser auf der ganzen Welt betreibt. Diese Gemeinschaft besteht aus jungen Menschen, die ganz unten in der  Drogensucht angekommen waren. Eines der bekanntesten ist das Haus der Gemeinschaft Cenacolo in Medjugorje. Die Bewohner dieses Haus erzählen Pilgern, die sie besuchen, dass Jesus selbst durch seine Liebe ihre geistigen Wunden heilt und sie von allen Süchten befreit. Sie selbst öffnen sich nur für das Wirken seiner Liebe, indem sie in einer brüderlichen Gemeinschaft leben, in der das Gebet, verbunden mit intensiver körperlicher Arbeit, die Hauptrolle spielt. Es wird hier keine medikamentöse Therapie angewendet, es gibt keine Psychologen oder Psychiater. Die einzige Therapie ist die Liebe Jesu. Da man ohne Gebet Jesus nicht begegnen und nicht lieben lernen kann, gibt es in der Kapelle eine ganztägige Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. Zu dieser Gemeinschaft kommen Drogensüchtige, die bereits verschiedene Behandlungsformen im Krankenhaus versucht haben und nach der Entlassung nach Hause wiederum in die Sucht zurückfielen. Es sind dies, aus medizinischer Sicht, hoffnungslose Fälle, bei denen keine Chancen auf eine Heilung gesehen wurden. Doch dort, wo die Medizin keine Hoffnung mehr geben kann, vollbringt die Liebe Jesu wunderbare und vollkommene Heilungen. Dies geschieht jedoch nicht auf magische Weise. Notwendig sind das Einverständnis und die Mitarbeit des Menschen durch Gebet und Arbeit, sowie ein mindestens dreijähriger Aufenthalt in der Gemeinschaft.

Eines der größten Probleme ist die Entscheidung, in die Gemeinschaft einzutreten. Ein Drogensüchtiger wird sich so lange gegen eine Behandlung wehren, wie er noch die Möglichkeit hat, an Geld für Drogen und Essen heranzukommen. In dieser Situation haben die Eltern eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen. Schwester Elvira, die Gründerin von Cenacolo, gibt ihnen den nachfolgenden Rat: „Werft ihn (sie) aus dem Haus, damit er (sie) euch nicht länger ausnutzen kann.“ Wenn die Eltern nicht den Mut aufbringen, dies ihrem süchtigen Kind zu sagen, gibt es kaum Chancen, dass sich ein solcher Drogensüchtiger für eine Behandlung entscheidet. Wenn schließlich der Süchtige die Entscheidung trifft, in die Gemeinschaft einzutreten, kann er allein oder mit seinen Eltern zu einem Kennenlernbesuch kommen. Wenn er sich dann verpflichtet, alle Regeln zu befolgen, die dort herrschen, wird er angenommen. Von diesem Moment an übernimmt die Gemeinschaft die volle Verantwortung für ihn.

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