Wie ist das eigentlich mit dieser Evolution?

Autor: Mirosław Rucki

Als vor 25 Jahren Jesus Christus an mein Herz klopfte, musste Er zunächst das Fundament meines Glaubens an die Nichtexistenz Gottes zerschlagen. Dieses Fundament stellte für mich die Evolutionstheorie dar, die den Ursprung und die Entwicklung des Lebens mit selbsttätigen natürlichen Prozessen wie zufälligen Mutationen und natürlicher Auslese zu erklären versucht.

Ich war sicher, dass man die Existenz der materiellen Welt sowie die Verschiedenartigkeit ihrer Lebensformen naturalistisch erklären könne, ohne sich auf einen Schöpfergott zu berufen. Daran ist nichts Merkwürdiges, denn „seit vielen Jahrzehnten, vielleicht sogar seit einigen Jahrhunderten, wird die »Welt der Naturwissenschaften« (der Bereich der Astronomie, der Biologie, der Psychologie) mit dem Atheismus und dem Materialismus in Verbindung gebracht (...), und das gesamte Programm der »Lehre von der Natur« für Kinder und Jugendliche ist - in den Ländern der westlichen Zivilisation - an die Ideologie des Materialismus, des Pan-Materialismus angelehnt“ (Pater P. Lenartowicz SJ, Ludy czy Małpoludy? [dt.: Menschen oder Affenmenschen?], Krakow 2010, S. 38). Als Konsequenz daraus sind unsere Lehrbücher, Enzyklopädien, Unterrichtsprogramme und populärwissenschaftlichen Materialien so aufgebaut, dass sie den Eindruck erwecken, die Existenz der Natur sei ohne Gott möglich.

Eine starke Verzerrung

Es zeigt sich jedoch, dass die materialistische Vision, darunter auch die evolutionistische, größtenteils an der Wirklichkeit vorbeigeht, wie sie von Wissenschaftlern vorgefunden wird. Davon zeugen Aussagen herausragender Wissenschaftler, die von den Mainstream-Medien sorgfältig unter den Teppich gekehrt werden. Zum Beispiel bekannte A. Knoll, Professor an der Harvard-Universität, in einem Interview: „Wir wissen nicht, wie das Leben auf unserem Planeten entstanden ist. Wir wissen nicht, wann es geschehen ist, und wir wissen nicht, unter welchen Umständen.“ A. Lazcano, Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Forschung über den Ursprung des Lebens (ISSOL), stellte in seinem Artikel Der Ursprung des Lebens (The Origins of Life, „Natural History“, February 2006) fest: „Das Leben konnte sich nicht ohne einen genetischen Mechanismus herausbilden, der fähig ist, Informationen zu speichern, zu replizieren und an die Nachkommen weiterzugeben.“ Der genetische Mechanismus wiederum existiert und funktioniert nur in lebendigen Organismen: Also gibt es ohne Leben kein Leben, und es gibt keine Möglichkeit, dass Leben sich aus unbelebter Materie herausbildet. Und wer, wenn nicht der Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Forschung über den Ursprung des Lebens sollte über das aktuellste Wissen zu den Anfängen des Lebens verfügen?

Die Theorie einer biologischen Evolution über schrittweise Veränderungen, die von zufälligen Mutationen und natürlicher Auslese gesteuert werden, trifft dabei auf immer neue Probleme, deren Lösung ohne die Berufung auf einen Schöpfergott unmöglich ist (auch wenn Handbücher und Massenmedien einen anderen Eindruck zu erwecken versuchen). J. Maddox, emeritierter Redakteur der Wissenschaftszeitung „Nature“, hält fest: „Die grundlegende Frage lautet: Wann und wie hat sich die geschlechtliche Weise zur Reproduktion herausgebildet? Nach Jahrzehnten der Spekulation wissen wir dies immer noch nicht“, (im Buch What Remains to Be Discovered, New York 1998). Es bleibt festzustellen, dass die Versuche, festgestellte wissenschaftliche Tatsachen an die Evolutionstheorie anzupassen, reine Spekulation sind… In dem Artikel Der Ursprung des Lebens – mehr Fragen als Antworten bekannte K. Dose: „Mehr als 30 Jahre experimenteller Forschung zum Ursprung des Lebens im Bereich der chemischen und molekularen Evolution hat eher zu einem besseren Verständnis der Tiefe des Problems der Entstehung von Leben auf der Erde geführt, und nicht zu seiner Lösung. Heute führen alle Diskussionen zur Theorie und zu den Experimenten in diesem Bereich entweder zu ausweglosen Situationen oder zum Bekenntnis unseres Unwissens“ (The Origin of Life: More Questions than Answers, „Interdisciplinary Science Reviews“ 13, 1988, S. 348).

Währenddessen werden in Lehrbüchern und Medien immer wieder Behauptungen wie diese formuliert: „Zurzeit wird die Evolution als objektiv in der Natur stattfindender Prozess betrachtet, der umfassend mit zahlreichen empirischen Daten belegt ist“ (Biologia. Encyklopedia szkolna WSiP [dt.: Biologie. Schulenzyklopädie WSiP], Warszawa 2005, S. 190). Wie man sieht, ist dies mehr Wunschdenken der Autoren dieser Enzyklopädie als der Stand der Wissenschaft.

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