Die dunklen Quellen des New Age

Autor: Małgorzata Nawrocka

Es ist schon interessant, dass in Zeiten eines über alle Maßen entwickelten Egoismus eine Idee Erfolg haben kann, die einerseits der menschlichen Eitelkeit schmeichelt, indem sie verkündet: „Ihr werdet Götter sein“, andererseits aber den Menschen dazu auffordert, sich im Nichts aufzulösen, und dieses Nichts als ein erstrebenswertes Ziel aufzeigt.

Die Definition von New Age lässt sich beliebig modifizieren, abhängig davon, welche Ebene dieser Ideologie man betrachtet.

Die erste Ebene betrifft die weitverbreitete Ansicht, New Age sei eine internationale Bewegung, die Ökologie, gesunde Ernährung und alternative Heilmethoden unterstützt. Es sei eine sanfte, friedliche Bewegung, die versuche, in allen Weltreligionen gemeinsame und verbindende Elemente zu finden, die eine gute Zukunft ermöglichen. Und diese Zukunft soll in der Schaffung einer ideologisch homogenen, glücklichen, globalen Gesellschaft bestehen. Man redet viel über Toleranz gegenüber allem, was anders ist, gegenüber Minderheiten, Unterschieden – all das findet in der New Age Bewegung seinen Ort wie in einem Fass ohne Boden.

Die New-Age-Ideologen meinen zu wissen, dass es an der Zeit sei, die Ära des Fisches gegen die Ära des Wassermanns zu tauschen. Deshalb ist die Bewegung allen Arten von geistlichen „Meistern“, Gurus und Messiassen gegenüber so gewogen.

Wie wir sehen, empfängt die Quelle der New- Age- Bewegung auf dieser Ebene, die zwar recht trüb zu sein scheint, noch etwas vom Licht der Wahrheit. Denn die Idee der Schaffung einer internationalen Gemeinschaft, die in Frieden und Verständnis miteinander lebt, sich um die Umwelt sowie das geistige und körperliche Wohlbefinden sorgt, kann schon gefallen. Und sie gefällt tatsächlich. Viele wertvolle Menschen sind dieser Bewegung sehr gewogen, weil sie keine Ahnung von den wirklichen Absichten und Zielen von New Age haben.

Die zweite Ebene ist für Menschen bestimmt, die über eine tiefere Empathie verfügen und vielschichtigere geistige Bedürfnisse haben; Menschen, die ihre Persönlichkeit entwickeln möchten, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, ihre Beziehung zu Gott (oder zu anderen Göttern) vertiefen wollen. Daraus resultiert u.a. das Interesse an Yoga, an Meditationen, an Techniken zur Kontrolle des Verstandes und an Wünschelruten. Daher findet man auch sogenannte Pyramiden, Chakren, Auras, UFOs etc. faszinierend. Manchmal ist es so, dass all diese Praktiken von Menschen verbreitet werden, die der Meinung sind, sie seien immer noch im Zustand der heilig machenden Gnade, und die sich als Christen ausgeben. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sie sich von dem einzig wahren Gott entfernten, als sie sich für diese Dinge entschieden. Diese Ebene von New Age hat nämlich nicht nur eine Propaganda-Ebene, sondern auch eine geistige Natur - eine fremde geistige Natur. Und unser Gott ist ein eifersüchtiger Gott. Und es geht darum, dass wir nicht nur „keine fremden Götter vor Ihm haben“ sollten, sondern auch keine neben Ihm. „Oder wollen wir die Eifersucht des Herrn wecken? Sind wir stärker als er?“ (1. Brief an die Korinther 10, 22).

Wenn man sich auf diese Ebene von New Age begibt, dann ist dies der erste radikale Schritt in Richtung Annahme der ideologischen Grundsätze dieser Bewegung. Indem man versucht, Menschen für die neuen (eigentlich aber alten, nur aus anderen Religionen und geistigen Traditionen entnommenen) Techniken der Selbsterlösung zu öffnen, bewegt man sie auch gleichzeitig dazu, jeden nur erdenklichen religiösen und kulturellen Einheitsbrei zu unterstützen. Gleichzeitig wird ihnen der Unterschied zwischen der respektvollen Behandlung eines andersgläubigen Mitmenschen einerseits und der Akzeptanz der Lehre oder Eingebung seiner Götter andererseits mit Absicht nicht bewusst gemacht.

Diese wahren Intentionen sind selbstverständlich hinter einer harmlosen Werbung mit Phrasen wie „Gymnastik“, „Entwicklung“, „Vervollkommnung der natürlichen Möglichkeiten“ versteckt.

Die dritte Ebene ist die letzte. Wir erreichen den tiefsten Grund und kommen sozusagen dem Wesen der Sache ganz nah. Hier ist es ganz dunkel. Die New-Age-Ideologie hat nämlich ihre tiefste Quelle in der Kontaktaufnahme mit Geistern durch Trance oder die sogenannte Visualisierung. Dies ist mit dem Bekenntnis zu Jesus nicht zu vereinbaren: „Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen. Ihr könnt nicht Gäste sein am Tisch des Herrn und am Tisch der Dämonen“ (1. Brief an die Korinther 10, 21).

Wir wissen, dass sich die New-Age-Bewegung erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit verbreitete. Am Image derselben arbeiteten aber mühsam schon viel früher Philosophen, Schriftsteller, Ideologen und Inspiratoren, unter anderem Helena Blavatsky. Viele dieser Menschen waren selber spiritistische Medien, praktizierten mit Vorliebe gern alle Arten von „Astralreisen“ und öffneten freiwillig ihr Bewusstsein für den Einfluss realer Geister – die jedoch nichts mit dem Heiligen Geist zu tun hatten. Die Leidenschaft, mit der sie das taten, ist wirklich entsetzlich und führte in vielen Fällen zur Besessenheit. Es ist eine historisch belegte Tatsache, dass die ersten Ideologen des New Age ihre Inspirationen bei spiritistischen Sitzungen erhielten, und zwar durch Geister, die ihnen Inhalte diktierten, welche später das weltanschauliche Fundament der New-Age-Bewegung bildeten. Dies muss uns zu denken geben. Als Menschen, die in der Kultur des 20. Jahrhunderts erzogen wurden, sind wir daran gewöhnt, uns selbst wegen unserer Denkfehler zu rühmen, und zwar alleine aus dem Grund, weil wir zu denken in der Lage sind. Wir vergessen, von wem dieser Verstand stammt und wozu wir ihn erhalten haben. Wir vergessen, so wie einst im Paradies, dass der Vater der Lüge uns auf Schritt und Tritt folgt und gerne unserem unvollkommenen Verstand nachhilft. Und dann rechnet er erbarmungslos mit uns ab. Man kann sogar vermuten, dass hinter jeder falschen geistigen und religiösen Erkenntnis in der Geschichte der Menschheit – gestern, heute und auf ewig – persönlich eben er, der Vater der Lüge, steht: „Er [der Teufel] war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge“ 
(Johannes 8, 44).

 

Ein trauriger Lebenslauf

 

Der Lebenslauf der Helena Pietrowna Blavatsky ist außergewöhnlich deprimierend. Vom rein menschlichen Standpunkt aus gesehen, kann man sagen, dass sie eine echte Karrierefrau war: Sie gründete die Theosophische Gesellschaft (1875), die Hitler zu seinen nationalsozialistischen Ideen inspiriert hat, sie war die Urgroßmutter des Feminismus, die gegen den Terror des „Gott-Mannes“ kämpfte. Es handelt sich um eine Gestalt, die die Titelblätter der okkultistischen Enzyklopädien zierte und jahrelang die Herausgeber satanischer Schriften inspirierte, unter anderem Rudolf Steiner, den Schöpfer der Anthroposophie und Redakteur des Luzifer.

Helena Blavatsky kam im Jahre 1831 als Tochter einer russischen Adligen und eines deutschen Offiziers auf die Welt. Nach dem frühen Tod der Mutter kam sie zu ihren Großeltern, im Alter von 17 Jahren heiratete Helena. Nur drei Monate später verließ sie ihren Mann. Ihr ganzes Leben lang litt sie unter der Vorstellung, diese und viele andere Beziehungen mit Männern, die ihre Lebenspartner waren, nicht „vollenden“ zu können. Aus vielen Quellen geht hervor, dass sie die Mutter des behinderten Jura war, eines Kindes,
 welches im Alter von fünf Jahren verstarb. (Helena bekannte sich niemals öffentlich zu dem Kind und behauptete, Jura sei das Kind ihrer Bekannten).

Helena Blavatsky führte ein skandalöses und abenteuerliches Leben. Sie reiste sehr viel: in die Türkei, nach Ägypten, Frankreich, Quebec, England, Latein-Amerika, Deutschland, Mexiko, Griechenland und Indien. Sehr wichtig war ihr Aufenthalt in Tibet, wo sie zwei Jahre lang das geheime Wissen der hiesigen Meister studierte. Es gab aber auch Menschen wie beispielsweise P. Wladyslaw Debicki, der ein Zeitgenosse Blavatskys und ein Kritiker des Spiritismus war, der ein Buch darüber veröffentlichte und ihren tibetanischen Erzählungen keinen Glauben schenkte. In seinem Bericht über den Pariser Kongress der Spiritisten aus dem Jahre 1889 nannte er sie offen „eine Virtuosin der Hochstapelei“. Er zitierte auch den letzten Satz aus dem Bericht der englischen Gesellschaft für psychologische Studien: „Wir denken, dass die Geschichte ihr den Platz als eine der durchtriebensten, witzigsten und interessantesten Betrügerinnen unserer Epoche zuweisen wird“.

Aus der Perspektive eines Zeitraums von über einem Jahrhundert lässt sich jedoch sagen, dass sowohl P. Debicki als auch die Kommissäre der englischen Gesellschaft die dämonische Wirkung, welche die Botschaften von Helena Blavatsky dominierte, unterschätzten. Das Jahr 1873 ist hierbei von großer Bedeutung, als Helena als spiritistisches Medium in New York eintraf. Sie demonstrierte dort übernatürliche Fähigkeiten wie Levitation, Materialisation von Gegenständen, hellseherische Fähigkeiten, Telepathie. Kurz darauf lernte sie Henry Steel Olcott kennen, der Journalist und Spiritist war.Im Jahre 1875 gründete sie mit demselben die bis heute existierende Theosophische Gesellschaft (aus dem Griechischen Theos – Gott und Sophia – Weisheit). Die Aufgabe der Gesellschaft besteht in der Verbreitung der Ansicht, dass man Gott ohne Seine Gnade, ohne Jesus Christus und Seine Barmherzigkeit, ganz allein durch verschiedene geistige Techniken und Praktiken kennenlernen kann. Diese stehen allerdings nur einigen Auserwählten zur Verfügung, die dann bei der Ausübung derselben erleuchtet werden. Dies kann bei spiritistischen Sitzungen, magischen Ritualen oder geistigen Praktiken heidnischen Ursprungs (u.a. Schamanismus, „Astralreisen“, sog. Channeling) geschehen. Hierbei heiligt das Ziel die Mittel. Und wie lautet doch das Motto der Theosophen: „Es gibt keine höhere Religion als die Wahrheit“. Nur, was soll man tun, wenn der Lehrmeister in dieser „Schule der Wahrheit“ kein anderer als der Vater der Lüge ist?

 

Das Medium Blavatsky

 

Helena Blavatsky praktizierte viele Jahre lang als Medium die sogenannte automatische Schrift und andere okkulte Formen. „Ich kann nur soviel sagen, dass meine Eingebungen definitiv von außen kommen, und noch mehr, jemand kommt von außen in mich hinein. Nicht ich spreche und schreibe, sondern das, was in mich hineintritt … es denkt und schreibt an meiner Stelle … Ich bin zu einem Aufbewahrungsort fremden Wissens geworden … Jemand kommt und verschlingt mich wie eine dunkle Wolke; ich selbst werde zurückgedrängt und dann bin nicht mehr ich, sondern jemand ganz anderer“, schreibt Blavatsky in ihrem erschütternden Bekenntnis. Der Gott der Bibel, der einzige wahre Gott, der Schöpfer und Erlöser des Weltalls, warnt: „Es soll bei dir keinen geben, (…) der Losorakel befragt, Wolken deutet, aus dem Becher weissagt, zaubert, Gebetsbeschwörungen hersagt oder Totengeister befragt, keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat fragt. Denn jeder, der so etwas tut, ist dem Herrn ein Gräuel“ (Deuteronomium 18, 10-12). Helena Blavatsky ignorierte diese Warnung, indem sie sich vollkommen diesem geistigen Wesen anvertraute.

In Kürze offenbarte sich dieser „jemand“ in allen Einzelheiten. Während einer spiritistischen Sitzung nannte sich dieser Geist Meister Djwal Khul aus Tibet. Im Laufe der folgenden Treffen, die einige Monate dauerten, diktierte er Helena Blavatsky fertige Thesen, die als niedergeschriebene Instruktion sowohl für ihr Denken, als auch für das Denken der nachfolgenden Ideologen des New Age dienten. Nach dem Tod von Helena Blavatsky im Jahre 1891 hatte ihre Nachfolgerin und eifrige Schülerin Alice Bailey weitere spiritistische Treffen mit dem Geist Djwal Khul. Bailey war sich sicher, dass sie von diesem eine Botschaft über die Notwendigkeit der Zerstörung des Christentums erhalten hatte. Auf seinen Befehl hin schrieb sie eine Liste von konkreten Kirchen und Religionen, die vernichtet werden sollten. Der Geist Djwal Khul kehrte auch während der spiritistischen Sitzungen von Helena Roerich wieder, die eine Theosophin und Ehefrau eines Theosophen war. Mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod von Helena Blavatsky übersetzte sie deren Lebenswerk Die geheime Doktrin in die russische Sprache.

Helena Blavatsky demonstrierte übrigens ebenfalls eine antichristliche Einstellung. Sie war zunächst erklärte Hinduistin, dann Buddhistin, anschließend verbreitete sie verschiedene Publikationen über den Kult Satans, den sie als Quelle des Lichtes (!) und der Weisheit verehrte. Sie schrieb diesem eine viel höhere Macht als Jesus Christus zu. Gott, der „die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3, 16), bedachte Helena mit Schimpfworten, Verwünschungen und Lästerungen.

In Blavatskys Konzeption ist der „wahre Gott“ ein unpersönlicher Gott. Das menschliche Leben wird von der Reinkarnation regiert. Der Mensch ist in der Lage, durch Erleuchtung, die er selbstständig durch geistige Praktiken erlangt, übernatürliche Kräfte und letztendlich göttliche Macht zu entwickeln. Es ist eigentlich nichts Neues: Eine arme Frau lässt sich von der ältesten Lüge der Welt überführen: „Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse“ (Genesis 3, 5).

 

New Age: ein Fremdkörper
in Europa

 

Wie man sieht, sind die Thesen, die sich aus den geschichtlichen Quellen des modernen New Age ergeben, der jahrhundertealten Tradition des christlichen Gedankenguts und der christlichen Kultur entgegengesetzt. Die scheinbare Aufnahmebereitschaft der New-Age-Bewegung für all das, was in den Religionen und Kulturen dieser Welt die Entwicklung der Zivilisation und des Menschen fördert, betrifft jedoch nicht die Lehre Jesu über die Sünde und die Erlösung. Die Versuche, Jesus Christus als einen der großen Gurus oder eine Verkörperung Buddhas oder Krishnas darzustellen, können gar nicht ernst genommen werden.

Das Christentum wird niemals in irgendeine Idee der New-Age-Bewegung hineinpassen, denn unser Gott ist eine Person. Er ist ein persönlicher Gott, der die Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat – als menschliche Personen. Deshalb ist die Beziehung im Christentum immer persönlich: Der persönliche Gott tritt mit einer geschaffenen Person in Beziehung, und das mit allen Konsequenzen: ein Leben, eine Seele, eine Liebe, eine Wahl, ein Tod, ein Gericht … Der Gott des New Age, der Energie, Bewusstsein oder das Ego ist, der unpersönliche Wesen wie er selbst in sich aufnimmt und auflöst, ist unserer Offenbarung ganz fremd und widerspricht der Wahrheit des Alten und Neuen Testaments. Es ist schon interessant, dass in  Zeiten eines über alle Maßen entwickelten Egoismus eine Idee Erfolg haben kann, die einerseits der menschlichen Eitelkeit schmeichelt, indem sie verkündet: „Ihr werdet Götter sein“, andererseits aber den Menschen dazu auffordert, sich im Nichts aufzulösen, und dieses Nichts als ein erstrebenswertes Ziel aufzeigt. Solch eine Denkweise führt nicht zu dem versprochenen Paradies auf Erden, sondern zum geistigen Selbstmord. Vielleicht ist es aber eben das, worum es dem von Blavatsy verehrten Luzifer geht: Wenn die Menschen anfangen daran zu glauben, dass es keinen persönlichen Gott gibt, dann verlieren sie auch den Glauben an die Existenz des persönlichen Bösen. Ein taktisch kluger Zug.

Glücklicherweise besitzen die Kinder Gottes einen allmächtigen Vater und die unbefleckte Muttergottes als Fürsprecherin, deshalb ist die Hölle letztendlich chancenlos. „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch Jesus Christus, unseren Herrn“ (1. Brief an die Korinther 15, 57).

 

M. Nawrocka

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