Wie man Homosexualität überwinden kann (3. Teil)

Autor: Gerard van den Aardweg

In den vorangegangenen beiden Ausgaben von „Liebt einander!“ wurden einige verbreitete Mythen über Homosexualität richtiggestellt. So wurde gezeigt, was Homosexualität nicht ist, und was sie in Wirklichkeit ist. Nun wollen wir gemeinsam überlegen, wie man Homosexualität überwinden kann.

imageViele Schwächen des Charakters (bzw. der Persönlichkeit), viele Fehler, und so auch ungeordnete homo- oder heterosexuelle Gewohnheiten können überwunden werden. Leider geschieht dies nicht allzu häufig, und der Hauptgrund dafür ist ganz einfach: Nur sehr wenige Menschen nehmen den langwierigen inneren Kampf mit ganzem Herzen, das heißt, mit ganzem Willen auf, der notwendig ist, um das Ziel zu erreichen. Zum Teil deswegen, weil sie nicht ermuntert werden; oder sie haben nicht gelernt, wie man dies tut, weil sie keinen guten Anleiter und Unterstützer gefunden haben, und diesen Weg alleine zu gehen, ist schwer. Zum Teil aber auch deswegen, weil sie dies in Wirklichkeit nicht wollen, denn obwohl sie sich eine radikale innere Veränderung wünschen würden, pflegen sie mehr oder weniger ihre Gewohnheiten. Meistens sind nämlich Schwächen (sexuelle und andere) angenehm, trotz ihrer traurigen, deprimierenden Konsequenzen. In Bezug auf homosexuelle Tendenzen muss jeder bereit sein, mit den damit verbundenen Annehmlichkeiten vollständig zu brechen. Es muss definitiv mit allem gebrochen werden, was gleichgeschlechtliche sexuelle Befriedigung verschafft. Es darf keine homosexuellen Beziehungen oder homosexuell angehauchten Freundschaften geben; keine Pornografie im Internet, im Fernsehen oder in der Presse, keine Masturbation, keinerlei gleichgeschlechtliche Fantasien und Vorstellungen. Dann müssen verschiedenste andere emotionale Annehmlichkeiten beseitigt werden, die den unreifen Egozentrismus nähren, aus dem gleichgeschlechtliche Wünsche hervorgehen. Dies sind u.a. narzisstische Annehmlichkeiten wie die kindische, sich in dieser oder jener Form zeigende „Selbstanbetung“, die Absicht, auf sich aufmerksam zu machen, übermäßige Selbstbestätigung (Self-Affirmation), Selbstmitleid und das Hegen einer Opferhaltung.

Beginnen wir mit den sinnlichen Annehmlichkeiten. Männern und Frauen, die einen Hang zum eigenen Geschlecht haben, und die sich stets bemüht haben, in Reinheit zu leben, fällt es nicht schwer, vollkommen auf das Streben nach sexuellen Genüssen zu verzichten. Doch für die Mehrheit der anderen ist das schwierig und bedeutete einen harten Kampf, der von Erfolgen und Niederlagen geprägt ist. Dies bewahrheitet sich insbesondere bei Menschen mit langjährigen Masturbationsgewohnheiten. Viele in dieser Weise betroffene Personen können zu dem Schluss kommen, dass ein Verzicht auf jegliche sinnliche und homosexuell ausgerichtete Befriedigung sie des beinahe einzigen Trostes beraubt, den sie in ihrem Leben haben, denn sie fühlen sich einsam, haben depressive Gedanken, Sorgen und Probleme, oder sie sehen nicht allzu viele Perspektiven in ihrem privaten Leben. Sie sind an den Selbsttrost durch die Flucht in die illusorische Welt ihrer unglückseligen Fantasien mit ihrem sinnlichen Gefühl ebenso gebunden, wie andere depressive Menschen ihr Glückssurrogat im Alkohol oder in Drogen suchen (bei der Gelegenheit darf erwähnt werden, dass der Missbrauch verschiedener Rauschmittel in homosexuellen und lesbischen Kreisen keine Seltenheit ist). Der Entzug homosexueller Aktivität und Fantasien ist wie der Bruch mit dem Alkoholmissbrauch: Jeder muss die frustrierende Etappe des Verlustes durchmachen und ohne Klagen die Unannehmlichkeit des Verzichts auf das akzeptieren, was man sich innig wünscht und wonach man sich sehr sehnt. Dies kann wie ein Fall ins Leere oder wie ein Sprung in die Dunkelheit sein. In der Regel kommen dann sofort verschiedene verführerische Argumente gegen eine solch „strenge“ Behandlung seiner selbst auf; deshalb muss die Person, die diesen Weg fortführen will, über viele Monate hinweg ihren festen Willensentschluss aufrecht erhalten und regelmäßig erneuern. Wenn jemand so mutig kämpft und nach einer Niederlage stets sofort wieder aufsteht, wird die Belohnung für einen solchen Einsatz nicht lange auf sich warten lassen: Er wird sich freier und glücklicher fühlen, er wird einen ruhigeren Geist und ein ruhigeres Gewissen haben, selbst wenn er sich nie zuvor darüber im Klaren war, dass sein Gewissen überhaupt etwas damit zu tun hat, und dass die sinnliche Nachgiebigkeit in dieser Person die Oberhand gewonnen und sowohl den Mangel an Zufriedenheit, als auch die Nervosität und die depressiven Verstimmungen verstärkt hat.

Selbstsucht, Egozentrismus und Egoismus animieren den homosexuellen Teil der Persönlichkeit des Homosexuellen, die ebenfalls unreif (kindisch, jungenhaft) ist, worüber wir bereits im vorigen Artikel geschrieben haben. Die Neigung zum eigenen Geschlecht ist prinzipiell keine Liebe, sondern eine jugendliche Sehnsucht danach, geliebt zu werden, ein Flehen um Zuneigung vonseiten des idealisierten Freundes, dem in der Mehrzahl der Fälle das zugeschrieben wird, was „ich Armer“ meines Erachtens nach nicht habe oder was ich brauche: also ganz allgemein Männlichkeit oder Weiblichkeit. Der homosexuelle Liebhaber kann die Rolle einer sensiblen und fürsorglichen Person spielen, und doch resultiert dies letztlich aus Eigenliebe und hat zum Ziel, sich Gefühle zu erkaufen. So also drehen sich die homosexuellen Angelegenheiten die ganze Zeit um das eigene Ich, und zwar bei beiden Partnern gleichzeitig. Die Aufdeckung dieses Egozentrismus im Hang zum gleichen Geschlecht, in den gleichgeschlechtlichen Fantasien oder Verhaltensweisen gegenüber den Partnern hilft sehr beim Kampf gegen sie. Darüber hinaus hilft dies, zu verstehen, warum diese Art der Beziehungen zum Scheitern verurteilt ist, zu einem Ende durch „Untreue“: Denn schließlich strebt der Mensch nach etwas, das allein in seiner Fantasie existieren kann. Es erscheint ihm, als wäre er das ausschließliche Objekt der ungeteilten Aufmerksamkeit und Liebe seines imaginären Freundes. Die andere Person ist nur insoweit und so lange attraktiv, als sie zu dieser Fantasie zu passen scheint, und nicht aufgrund dessen, wer sie wirklich ist.

Selbsterkenntnis aus moralischer Sicht

Die Aufdeckung der selbstsüchtigen und egoistischen Motive, die im Geist von Menschen mit homosexuellen Neigungen dominieren, ist eine Materie der moralischen Selbsterkenntnis. Ja mehr jemand das infantile Ich in seinem Denken, seinen Bestrebungen und Motiven als Schwäche erkennt, umso besser wird er auf den Kampf dagegen eingestellt sein. Diese Gebundenheit an die unreife Eigenliebe – sie hält nämlich die Person gefühlsmäßig im Teenageralter fest – muss durch emotionale Reife ersetzt werden. Seinem Wesen nach ist der Prozess des emotionalen Heranreifens ein Loswerden des Egozentrismus, das Entdecken und Annehmen der individuellen Aufgaben und Verantwortungen im konkreten, täglichen Leben; dies jedoch in der unmittelbaren Beziehung zu anderen. Da die emotionale Reife von der Gewohnheit abhängt, andere zu lieben, muss jegliche vernünftige Therapie oder Selbstheilung der Homosexualität, ähnlich wie andere Formen einer neurotischen und sexuellen Gefühlswelt, auf die Entwicklung der Fähigkeit ausgerichtet sein, zu lieben und zu dienen. Mit anderen Worten, eine positive Veränderung wird proportional dazu erzielt, wie es der jeweiligen Person gelingt, ihre menschlichen und moralischen Grenzen und Fehler zu überwinden, sowie durch das Einüben der menschlichen und moralischen Tugenden. Fehler müssen bekämpft werden, denn Unkeuschheit, Unehrlichkeit, Feigheit und ein Mangel an Charakterstärke, Aufsässigkeit, Selbstmitleid und die Tendenz zum Klagen und zum Opferspielen, Verbitterung, Arroganz und Überheblichkeit, Nachsichtigkeit gegenüber der eigenen Person und alle Arten von Bequemlichkeit usw., dies alles nährt das kindische oder jungenhafte Ego. Andersherum befreien Tugenden wie Ehrlichkeit, Tapferkeit, Mut, Keuschheit, Freundlichkeit, Dankbarkeit und Freude, Demut, Nächstenliebe usw. den Menschen von seinen unreifen Obsessionen und bewirken, dass seine reife Persönlichkeit wächst und sich entwickelt. Und daher ist es so: Die kindliche Konzentration auf sich selbst steht in Opposition zur erwachsenen Konzentration auf andere und auf die eigenen Pflichten; die Persönlichkeit eines unzufriedenen, sich beklagenden Kindes in Opposition zum reiferen Erwachsenen, der sich am Leben freut, und der Widerstände und Unglücke im Leben ohne Selbstmitleid und ohne Opferhaltung aushalten kann; ebenso das „innere Kind/der innere Jugendliche“, der sich als bemitleidenswert und in seiner Männlichkeit/ Weiblichkeit behindert ansieht in Opposition zur erwachsenen Frau bzw. zum erwachsenen Mann, die freudig ihre weibliche bzw. männliche Natur annehmen.

Die Entwicklung der natürlichen Männlichkeit/ Weiblichkeit

Ohne Zweifel bedeutet emotionales Erwachsenwerden, sich seiner angeborenen geschlechtlichen Identität immer bewusster zu werden. Das Gefühl, im Hinblick auf seine Männlichkeit oder Weiblichkeit nicht vollwertig zu sein, bewirkt, dass viele Menschen mit homosexuellen Problemen männliche Verhaltensweisen, Rollen, Interessen, Vorgehensweisen und Aktivitäten vermeiden oder ablehnen – aus Angst vor einer Niederlage, aus Scham oder aus Mangel an Mut. Deshalb gibt es zwei Richtungen, in die man Anstrengungen unternehmen muss, um eine unterentwickelte Geschlechtsidentität weiterzuentwickeln.

Zuerst muss man daran arbeiten, die innere, sich selbst abwertende Haltung (die zugleich Gedanke und Gefühl ist) zu überwinden: „Ich bin nicht so männlich/ weiblich wie die anderen.“ Eigentlich ist dies die in der Jugendzeit wurzelnde Identität einer sich selbst bemitleidenden Person. Der Mensch lernt, die Ausdrucksweisen dieser inneren Haltung in seinen Handlungen und Reaktionen, in seinen Gedanken und Gefühlen zu erkennen und zu bekämpfen. Eine nützliche Waffe bei diesem Kampf ist die Selbstironie in Bezug auf Gefühle des Selbstmitleids, sowie das bewusste Üben in Mut als Gegengewicht zu der Neigung, aus Rollen und Situationen zu fliehen, die eine falsche Scham bewirken, Angst vor einer Niederlage, oder davor, ausgelacht zu werden. Nicht unwichtig ist das Verständnis, was eine gesunde und reife Männlichkeit bzw. Weiblichkeit ist, das Nachdenken über ihre natürlichen Rollen in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern und in normalen eingeschlechtlichen Beziehungen und Freundschaften, sowie über prinzipielle Rollenelemente eines reifen Vaters bzw. einer reifen Mutter.

Zweitens das Bemühen, den inneren Widerstand, männlicher/weiblicher zu werden, zu überwinden, anstatt sich krampfhaft an die Gewohnheit zu klammern, solche Verhaltensweisen zu meiden und die Ausrede vorzuschieben, dies bedeute einem nichts. Das kann mit kleinen oder größeren Veränderungen in der Art der Kleidung, in der Frisur, im täglichen sozialen Verhalten, in der Art des Zugehens auf andere Leute, aber auch in solchen Dingen wie den Gesten und Manieren sowie dem Ton der Stimme verbunden sein. Außerdem muss man sich in Aktivitäten einbringen, die man zu meiden oder abzulehnen gewohnt war, weil man sie als zu der Geschlechterrolle zugehörig betrachtete, die man sich nicht getraute anzunehmen. Ebenso müssen Verhaltensweisen abgelegt werden, die die Rolle des Mangels an Männlichkeit/Weiblichkeit verstärken. Dieser Prozess beginnt mit Selbstbeobachtung und Selbstanalyse, was die eigene Männlichkeit/Weiblichkeit betrifft – wenn möglich, mithilfe einer befreundeten Person, eines Anleiters, Therapeuten oder Beraters. Wenn jemand die Arbeit an irgendeinem Aspekt der erkannten Vermeidung seiner Geschlechterrolle aufnimmt, kommen andere Probleme automatisch ans Tageslicht. Das Ziel ist hier, die natürliche Rolle des Mannes oder der Frau ohne Klagen und ohne Distanziertheit anzunehmen, mit dieser Rolle zu leben und dankbar für sie zu sein. Je mehr ein Mann sich in natürlicher, ungezwungener Weise als Mann fühlt, umso mehr kann sein angeborener Sexualinstinkt erwachen, und umso besser wird er die Weiblichkeit des anderen Geschlechts und dessen Vorzüge wahrnehmen. Das gleiche gilt für die Frau, die als Mädchen oder Frau auf dem Weg zu einer vollständigen „Identifikation“ mit dieser Geschlechtsidentität ist. Die Veränderung der Sichtweise auf das andere Geschlecht (von einer infantilen zu einer reiferen) muss also spontan erfolgen, als Ergebnis einer zunehmenden männlichen/ weiblichen Selbstsicherheit. Das „Trainieren“ von heterosexuellen Fantasien oder Gefühlen ist künstlich und unproduktiv, denn es lässt die gesamte Struktur der unreifen Identifikation zusammen mit der angeblich schlechteren Männlichkeit/ Weiblichkeit der Person unberührt und konzentriert die Aufmerksamkeit am falschen Punkt. Werde erst weniger unreif und weniger egoistisch, denn das ist die notwendige Voraussetzung für das Aufkommen eines reifen Sexualinstinkts.

Die Verantwortung für das eigene Verhalten übernehmen

Für viele gutgesinnte Menschen mit homosexuellen Tendenzen ist es eine echte Hilfe, zu erfahren, wie ihre Orientierung entsteht, und ihren Minderwertigkeitskomplex zu verstehen. Dennoch: Wenn die psychologische Selbsterkenntnis fruchtbar sein soll, muss sie zu einer fundamentaleren Erkenntnis führen, und zwar zum schrittweisen Anerkennen, dass man ein mehr oder weniger egozentrisches – wenn nicht gar egoistisches- Kind bzw. ein solcher Jugendlicher geblieben ist. Dies muss den Menschen von einem unbewussten Kultivieren der tragischen Konzentration auf sich selbst, d.h. aus der Opferrolle, wegführen. Ungeachtet dessen, wie sehr sein emotionales Leben und seine Persönlichkeit von der Erziehung, der Beziehung zu seinen Eltern, zu Geschwistern und Gleichaltrigen von rustrationen und Leiden in der Kindheit geprägt sind, hängt eine tief greifende Veränderung seiner Orientierung von der Einsicht ab, dass seine momentanen Gefühlsbindungen das Resultat einer intensivierten Egozentrierung sind, die wiederum eine Reaktion auf mehr oder weniger traumatische Umstände und Erfahrungen aus der Zeit seiner Kindheit oder Jugend war. Nicht dass ein intensiver Egozentrismus in sich selbst etwas Unnormales wäre: Kinder und Jugendliche antworten auf verletzende Erfahrungen des Nichtgeachtetseins, Nichtgeliebtseins oder der Ablehnung in der Regel mit einer erhöhten Selbstsucht, mit Egozentrismus und Dramatisierung. Es geht darum, dass ein erwachsener Mensch, der bemerkt hat, dass er immer noch von diesen Gefühlen und Bestrebungen geleitet wird, sich entscheidet, dagegen zu kämpfen und die volle Verantwortung für sein jetziges Verhalten zu übernehmen. Ein Mann mit homosexuellen Gefühlen kann intellektuell geführt werden, wenn er versteht, dass manche Eigenschaften seines Charakters von seiner übermäßigen Bindung an die überfürsorgliche oder dominante oder (in einigen Fällen) ihn favorisierende oder verehrende Mutter geformt wurden; dass die ungenügende Bindung an seinen Vater bewirkt hat, dass er sich in der Gruppe der Jungen unsicher und unangepasst gefühlt hat; dass körperliche Schwächen oder das Ausgelacht- bzw. Tyrannisiertwerden durch Gleichaltrige ihn in der Pubertät von anderen Jungen isoliert hat. Er muss sich also darüber klar werden, dass die Ursache seiner heutigen emotionalen Schwierigkeiten und homosexuellen Wünsche in der weiter bestehenden Aktivität des Egozentrismus einer jugendlichen Persönlichkeit zu finden ist. Eine Frau mit lesbischen Fantasien, die wirklich nach Selbsterkenntnis strebt, wird sich geführt und unterstützt fühlen, wenn sie versteht, dass ihr Wunsch nach Gefühlen vonseiten bestimmter junger Frauen aus der Empfindung hervorgeht, sie sei ein „schlechteres“ Mädchen, z.B. weil sie von ihrem imposanten Vater oder den älteren Brüdern wie ein Junge behandelt wurde, während ihre Mutter ihr emotional fern blieb, u.ä. Daher muss sie also zu der Einsicht gelangen, wenn dies manchmal auch niederschmetternd sein mag, dass ihr Verharren in einer autonomen jugendlichen Emotionalität ihre gefühlsmäßige Reife und ihr reifes Glück blockiert. Die Annahme der Verantwortung für das eigene Leben öffnet die Tür für ein Ende von solchen Gewohnheiten wie Klagen über die Jugend oder die Familie, Beschuldigung der eigenen Kindheit oder der Eltern für Fehler und Niederlagen, und wenn darin ein dauerhaftes Gefühl des Zorns, der Bitterkeit oder der Rebellion war, dann auch für die Vergebung gegenüber den Eltern und anderen Personen. Außerdem bereitet dies den Weg für eine Veränderung der kindlichen Beziehung zu den Eltern und zu anderen Menschen von einer Ausrichtung auf sich selbst hin zu einer Ausrichtung auf andere.

Mit Homosexualität verbundene Persönlichkeitsschwächen

Nicht selten sind Homosexuelle Persönlichkeiten, die sich selbst gegenüber übermäßig weich, schwach oder in vielerlei Hinsicht passiv sind. Obwohl diese Dimension der Persönlichkeit auf die frühe Kindheit datiert wird und deswegen sehr hartnäckig ist, kann sie deutlich geschwächt werden, wenn man regelmäßig und geduldig dagegen ankämpft, indem man sich in der Tugend der Beharrlichkeit übt, d.h. durch Ausdauer und Selbstdisziplin in der Arbeit und in den täglichen Pflichten, durch das Stellen immer höherer Anforderungen an sich selbst, durch die Mäßigung des Hangs zum Klagen, zum Selbstmitleid und zu einer übertriebenen Entmutigung bei der Konfrontation mit Enttäuschungen und Widerständen, durch die Übernahme von Initiative, durch Nichtstützen auf andere und das Treffen eigener Entscheidungen, durch die mutige Aufnahme des Kampfes, wenn es die Umstände erfordern, durch die Zurückweisung einer mit sich selbst nachsichtigen Bequemlichkeit. Diese Lehre, sich selbst gegenüber härter und seinen Pflichten gegenüber verantwortungsvoller zu sein, schwächt den grundlegenden männlichen Minderwertigkeitskomplex deutlich, sie stärkt die persönliche Reife und die Achtung sich selbst gegenüber als Mann. Eine zweite wichtige Kategorie von Fehlern, die häufig mit männlicher Homosexualität einhergehen, sind Varianten von Stolz, wie zum Beispiel der Wunsch nach Bewunderung aufgrund des körperlichen Aussehens, der Erfolge, der Aufmerksamkeit von Seiten anderer; das Denken über sich selbst als jemand Besserem und daraus resultierend die Selbstverherrlichung; das Spielen der Rolle von jemand Außergewöhnlichem, Interessantem, Einnehmendem, eines Clowns usw. Fehler stehen miteinander in Verbindung, ebenso wie Tugenden. Die oben angeführten Untugenden sind Manifestationen einer übertriebenen Konzentration auf sich selber und eines Kindischwerdens. Daher ist die Übung in der Tugend der Demut und der Nächstenliebe (das Pflegen von Interesse an anderen, von Hingabe in reinster Bedeutung) das bevorzugte Heilmittel. Um auf das Spielen von Rollen zurückzukommen: Dies ist auch ein Ausdruck von Unehrlichkeit. Jemand gibt ein falsches Bild seiner selbst. Hier muss bemerkt werden, dass Lüge und Unzuverlässigkeit die Persönlichkeit und die Beziehungen vieler Männer charakterisieren, die einen schwulen Lebensstil angenommen haben.

Unter den Lesben ist eine übermäßige Selbstbestätigung in der Rolle als harte, unabhängige oder dominante Person (die manchmal ihre Überlegenheit gegenüber Männern beweisen muss, was ihre Härte und ihre Erfolge betrifft) nicht selten. Darüber hinaus fühlt sie sich in ihrer Weiblichkeit benachteiligt; sie kann sie ablehnen oder verachten, aber in all diesem ist häufig ein starkes Element von Zorn, Ressentiment und Rebellion. Insbesondere die Tugenden der Demut, der Ehrlichkeit und des Gehorsams können der Frau bei diesem für sie schwierigen inneren Problem helfen.

Letztlich brauchen gutgesinnte Menschen, die versuchen, ihre angeschlagene geschlechtliche und sexuelle Identität zu überwinden, persönliche Ermutigung, Verständnis und Unterstützung. Einsamkeit und die Neigung zu Depressionen führen manchmal dazu, dass sie in jungenhafte Wunschphantasien oder Kontakte flüchten, die ihre Entfremdung nur noch vertiefen können. Daher sind konstruktive Unterstützung leistende Gruppen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind (z.B. die katholische Organisation Courage), eine große Hilfe für sie.

Prävention

Eine goldene Regel für Eltern, die das Risiko einer auftretenden Homosexualität bei ihren Kindern bedeutend verringern wollen, ist es, jeden Sohn als „echten Jungen“ und jedes Mädchen als „echtes Mädchen“ zu betrachten und zu behandeln, unabhängig davon, ob das einzelne Kind irgendeine körperliche oder psychische Eigenschaft hat, die weniger jungenhaft oder weniger mädchenhaft als andere erscheint. Das Entscheidende ist, dass sich jedes Kind in seiner geschlechtlichen Identität akzeptiert und gewürdigt fühlt. Die Eltern sind mehr als jeder andere verpflichtet, die Selbstsicherheit des Kindes im Hinblick auf sein Geschlecht zu stärken. Ein Junge mit gewissen körperlichen Gebrechen oder Krankheiten, die seine Aktivität so beschränken, dass er an vielen Unternehmungen oder sportlichen Disziplinen der Jungengruppe nicht teilnehmen kann, kann dennoch mit einem gesunden Selbstvertrauen im Hinblick auf seine Jungenhaftigkeit/Männlichkeit aufwachsen, wenn seine Eltern nicht überfürsorglich sind, ihn als „echten Jungen“ zu schätzen wissen und seine jungenhaften Fähigkeiten anregen. Ein Mädchen, das ein wenig dünn ist, eher knabenhaft oder weniger schön als andere, kann ein gesundes weibliches Selbstvertrauen entwickeln, wenn sie von ihren Eltern als „echtes Mädchen“ wertgeschätzt wird. Das Problem vieler Eltern ist, dass sie Schwierigkeiten haben, das einzelne Kind als „echten Jungen/echtes Mädchen“ zu betrachten, zum Beispiel wenn einer von ihnen eigentlich ein Kind des anderen Geschlechts haben möchte. Ohne uns weiter in dieses Thema zu vertiefen, müssen wir daran denken, dass beide Eltern ihr Kind in Übereinstimmung mit seiner natürlichen Geschlechterrolle erziehen sollten. Jungen und Mädchen müssen verschieden behandelt werden; manche Tätigkeiten und Rollen sind mehr was für Jungen, andere mehr für Mädchen. Übertreibung ist hier nicht angezeigt, aber eine Differenzierung ist ganz natürlich. Außerdem muss der Vater für den Jungen ein Vorbild sein, und die Mutter für die Tochter. Dies geschieht ganz spontan, wenn der Vater als Vater eine Bindung zu seinem Sohn aufbaut, und die Mutter als Mutter zu ihrer Tochter, indem sie mit ihnen deren Interessen und Aktivitäten teilen. Der Sohn muss spüren, dass er zum Vater und dessen männlicher Welt gehört, und die Tochter zur Mutter und deren weiblicher Welt. Die Eltern funktionieren als beste Rollenvorbilder und als Personen, die die kindliche natürliche Geschlechtsidentifikation entwickeln, wenn sie sich selbst in ihrer männlichen oder weiblichen Identität sicher fühlen und ihre eheliche Beziehung harmonisch gestalten.

Eine andere wichtige Art der Prävention ist mit der Anpassung des Kindes an eine Gruppe von Gleichaltrigen des gleichen Geschlechts verbunden, insbesondere ab Beginn der Pubertät. Teenager, die gesellschaftliche Outsider sind und nur wenige Freunde des gleichen Geschlechts haben – oder gar keine-, die nicht beim Sport oder anderen Aktivitäten ihrer Altersgenossen mitmachen, könnten von den Lehrern und Jugendleitern Hilfestellung erhalten, indem diese sie zu einer stärkeren Integration in die Gemeinschaft der Jungen oder Mädchen ermuntern. Allgemein ausgedrückt: Unterstützt die männliche und weibliche Selbstsicherheit. Helft ihnen durch individuelles Interesse und Ermutigung, ihren Widerstand gegen das Knüpfen von Freundschaften mit Kameraden des gleichen Geschlechts zu bezwingen, sowie die Angst vor Verhaltensweisen, die für ihr Geschlecht typisch sind, zu überwinden. Fordert sie heraus, sich nicht ihren Minderwertigkeitsgefühlen und der Dramatisierung ihrer eigenen Situation hinzugeben, wofür ein Teenager mit Sorgen so empfänglich ist. Helft ihnen, Masturbation und einsames Fantasieren zu vermeiden oder zu überwinden. Führt sie zu einer persönlichen Beziehung mit Gott, damit sie Frieden und Kraft in ihren Bemühungen finden, die sinnlichen Illusionen und Versuchungen zu besiegen, welche sie letzten Endes hinunterziehen werden; führt sie dahin, dass sie Gottes Willen in ihrem konkreten täglichen Dasein suchen.

1. Teil; 2. Teil

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