Allein Gott schenkt Leben

Autor: Zeugnis

Immer mehr versteifte ich mich darauf, so schnell wie möglich schwanger zu werden. Mein Verlangen danach war so stark, dass ich nur noch daran dachte und die ganze Welt sich um meine mögliche Schwangerschaft drehte.

Meine Schwangerschaft war ungeplant, aber mein Mann und ich freuten uns beide darüber. Unsere Tochter kam zur Welt, als ich 22 Jahre alt war. Die Zeit, als unser Kind zur Welt kam, war sehr schwierig für mich und hinterließ für mehrere Jahre ein Trauma in meinem Leben. Ich dachte, dass ich nie wieder ein Kind wollen würde. Doch die Zeit heilt alle Wunden, und als unsere Tochter drei Jahre alt war, wünschten mein Mann und ich uns ein weiteres Kind. Unsere Bemühungen brachten allerdings keinen Erfolg. Ich ging zum Arzt, der feststellte, dass es keinerlei Hindernis gab und ich durchaus schwanger werden konnte. Die Schwangerschaft blieb jedoch aus.

Immer mehr versteifte ich mich darauf, so schnell wie möglich schwanger zu werden. Mein Verlangen danach war so stark, dass ich  nur noch daran dachte und die ganze Welt sich um meine mögliche Schwangerschaft drehte. Ich spürte den Duft eines Säuglings und schaute mit Trauer auf kleine Kinder. Sogar der Intimverkehr mit meinem Mann stellte damals für mich nur ein Mittel zu meinem Ziel dar. Jemand, der dies selbst erlebt hat, wird das bestens verstehen. Ich verfluchte mich und meinen Mann dafür, dass wir vorher ein Baby vermeiden wollten und Verhütungsmittel angewendet hatten. Ich dachte, vielleicht hatte uns Gott damals Nachwuchs schenken wollen, wir aber hatten diesen nicht angenommen…

Nach weiteren drei Jahren Besessenheit, als ich bereits aufgeben wollte, zeigte sich, dass ich schwanger war. Welch eine Freude und ein Glück! Endlich! Danke, Gott! Doch in der 11. Woche trat eine Blutung bei mir auf. Ich verbrachte eine entsetzliche Woche im Krankenhaus. Die Diagnose wurde gestellt: Der Embryo war gestorben. Und ich mit ihm… Ich konnte nicht verstehen, warum. Gott hatte gegeben und wieder genommen… Warum?! Ich hatte keine Kraft zum Leben, ich konnte das nicht verstehen. Wieder umfing mich die Depression, wie Jahre zuvor… Ich betete ohne Emotionen und ohne Enthusiasmus. Ich wusste, dass dies Gottes Wille war, dass es sein Plan war, aber ich verstand nicht, warum…

Im Krankenhaus fragte mich die Krankenschwester, die sich um mich kümmerte, ob ich vielleicht den hl. Gerhard kenne. Ich antwortete, dass ich noch nie von ihm gehört habe, aber die Schwester ermunterte mich, ein Gebet um Mutterschaft auf Fürsprache dieses Heiligen zu suchen. Sie versicherte mir, dass der hl. Gerhard niemals einen Beter enttäuscht und dass sich mein Problem innerhalb eines Jahres erledigen würde.

Ich fand ein Büchlein mit Gebeten auf die Fürsprache des hl. Gerhard. Das Gebet um Mutterschaft, das sich darin befand, sprach ich am Anfang ohne innere Überzeugung. Trotzdem hielt ich durch und betete es jeden Tag. Mit der Zeit fühlte ich mich immer besser und begann, Gott näher zu kommen. Zu meinem Gebet kam noch der Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit hinzu. In dieser Zeit begriff ich viele Dinge, die der Herr mir durch dieses mein großes Leiden bewusst machte. Vor allem zeigte mir Gott seine Allmacht, sowie, dass alles, was geschieht, einen Sinn hat. Mein geistliches Leben, unser ehelicher Verkehr – all das bedurfte der Wiederherstellung, der Heilung durch Gottes Barmherzigkeit. Ich wunderte mich, wie wir vorher auf diese Weise leben konnten. Dass wir neues Leben durch unseren sündhaften Verkehr annehmen wollten. Ich schämte mich für mich selbst… Mit Gottes Hilfe machte ich eine gewaltige Veränderung durch.

Neun Monate nach dem Verlust unseres Kindes schenkte Gott uns, worum wir Ihn gebeten hatten: Ich wurde erneut schwanger. Ich gebe zu, es war nicht leicht– gleich zu Beginn landete ich im Krankenhaus… Später aber ging es schon besser. Das Kind entwickelte sich gut, doch für mich war die Zeit der Prüfung noch nicht vorbei. Eine ständige Angst um das Kleine befiel mich. Manchmal fehlten mir die Kräfte, aber dann bat ich Gott immer um Barmherzigkeit. Das tägliche Gebet, verbunden mit der Bitte zum hl. Gerhard um Schutz für alle schwangeren Mütter, half mir, durchzuhalten.

Gegen Ende der Schwangerschaft begleitete mich die Angst, dass das nicht gut enden konnte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Kind gesund zur Welt kommen und mit uns zusammen sein würde. Aber ich vertraute alles Gott und seiner Barmherzigkeit an. In Momenten der Resignation und der Entmutigung wiederholte ich: „Jesus, ich vertraue auf Dich!“

Und endlich kam jener Tag: Durch Kaiserschnitt wurde unser Sohn geboren, gesund und wunderschön. Alles war in Ordnung, und erst da fühlte ich Frieden. Gott erfüllte mich mit Freude und innerer Ruhe.

Heute bete ich zum hl. Gerhard das Gebet der Mutter für ihr Kind. Seine Fürsprache stellte sich als unschätzbar heraus und verlässt mich weiterhin nicht. Gott der Herr gab uns eine wunderbare Gnade in Form der Fürsprache des hl. Gerhard. Ich bin sicher, dass alle Mühen, die Menschen auf sich nehmen, um einen neuen Menschen ins Leben zu rufen, sowieso vom Herrn über Leben und Tod gebilligt werden müssen. Es steht nicht uns zu, darüber zu entscheiden.

Ich möchte allen Eheleuten, die aufgrund ihrer Unfruchtbarkeit leiden, sagen, dass sie den hl. Gerhard um Hilfe anrufen sollen, um die notwendigen Gnaden zu erbitten. Wenn es der Wille des Herrn sein wird, erhalten wir alles zur rechten Zeit. Bei Gott ist nichts unmöglich.

Isa

 

Gebet zum hl. Gerhard

Heiliger Gerhard, auf Deine Fürsprache haben so viele Frauen die Gnade der Mutterschaft empfangen und Deine Hilfe in ihrer mütterlichen Berufung erfahren. Ich bitte Dich, dass Du auch für mich diese große Gnade erbittest, dass ich Mutter werden kann. Mein Herz ist bereit, dieses Geschenk anzunehmen, und zusammen mit meinem Mann erwarte ich ungeduldig das Wunder neuen Lebens. Durch Deine Hände gebe ich Gott diese unsere Bereitschaft hin, diesen tiefen Wunsch und die Sehnsucht, unsere eheliche Liebe miteinander zu teilen und sie auf unseren künftigen Nachwuchs zu ergießen. Erbitte uns die Gnade der rechten Erkenntnis von Gottes Willen in unserem Leben, und eine möglichst gute Zusammenarbeit mit der göttlichen Gnade. Damit wir nur das tun, was Gott von uns erwartet, und seinem heiligen Willen in keiner Weise untreu werden. Damit wird klug und gottesfürchtig unseren Wunsch nach Elternschaft lenken. Erflehe uns diese Gnaden, heiliger Gerhard, zur Ehre Gottes des Vaters. Amen.

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