„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9)

Autor: świadectwo

All das, was sich in meinem Leben und in meiner Ehe zugetragen hat, ist ein Beweis dafür, dass Gott ein Gott der Liebe ist, dass Er ein treuer Gott ist, dass für Ihn alles möglich ist, dass Er den Ort und die Zeit wählt und dass die Worte Jesu: „Und alles, was ihr im Gebet erbittet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt“ (Mt 21,22) auf ewig lebendig sind!  

  Als mein Mann vor einigen Jahren, nach nicht ganz drei Ehejahren und zehn Jahren gegenseitiger Bekanntschaft, zu mir sagte, dass er mich nicht mehr liebe und sich in unserer Beziehung abgequält habe, lag meine ganze Welt in Trümmern.  Diese Worte und die daraus folgenden späteren Taten meines Mannes, sein Auszug, sein neues Junggesellenleben, bereiteten mir solche Schmerzen, wie ich sie nie vorher erlebt hatte. Ich klammerte mich damals an Gott als meinen letzten „Rettungsanker“.

  Von Anfang an wollte ich unsere Ehe retten. Ich glaubte fest daran, dass wenn ich nur stark genug um die Bekehrung meines Mannes beten würde, dieser schnell zu mir zurückkäme. Doch Gott wirkte anders, als ich es erwartet hatte. Dieser göttliche Plan lehrte mich, auf Gott zu vertrauen, der dem Ehegelübde die Treue hält und der wirkt, obwohl man noch keine Ergebnisse sieht. Es war eine Schule des geduldigen Wartens auf die Früchte. Ich lernte auch, mich am Leben zu erfreuen, so wie es im Augenblick war, meinen Mann aufrichtig zu lieben, obwohl er mich verletzte, und einen Glauben zu haben, der „Berge versetzt“.

  Durch diese große Ehekrise sprach Gott zu mir. Er wollte, dass ich mit Seiner Hilfe mein geistiges und emotionales Leben neu ordnete. Er wollte an erster Stelle stehen. Ich war eine Katholikin, die jeden Sonntag zur Kirche ging, aber meine Beziehung zu Gott war recht lau. Einige der von der Kirche verkündeten Lehren nahm ich nicht an, denn ich dachte, ich wüsste am besten, was gut für mich sei.

  Ich erlebte eine richtige Bekehrung. Gott stellte einen wunderbaren Beichtvater auf meinen Weg, bei dem ich eine Lebensbeichte ablegte. Nach dieser Beichte, bei der ich Gott endlich all das bekannte, war Er schon seit Langem wusste, fühlte ich mich, als ob ich ein neues Leben bekommen hätte. Ich war frei und glücklich und begann, mein geistiges Leben zu vertiefen. Ich machte auch eine Psychotherapie, die mir half, mich selbst besser zu verstehen. Ich verarbeitete einige traumatische Erfahrungen aus meiner Kindheit und begann, an meinen schlechten Charaktereigenschaften zu arbeiten, die wesentlich zu unserer Ehekrise geführt hatten und die es meinem Mann unmöglich machten, in unserer Beziehung glücklich zu sein.

  Ich erkannte langsam, dass ich keinerlei Einfluss mehr auf das Leben meines Mannes hatte und dass nur Gott in der Lage war, sein Herz zu ändern. Ich lernte, mein eigenes Leben zu führen und kämpfte um meinen Mann lediglich durch Gebet und Fasten. In meinem Herzen wusste ich von Anfang an, dass Gott mir in dieser schwierigen Ehe zur Seite stand, dass Er wollte, dass ich und mein Mann wieder zusammen kommen, und dass Er unsere Ehe zu gegebener Zeit heilen würde. Ich musste Ihm lediglich grenzenlos vertrauen und mit Ihm zusammenarbeiten.

  Von Anfang an hielt ich mich an die Worte Jesu: „Alles, um was ihr bittet, wird euch gegeben, glaubt nur, dass ihr es bekommt.“ Ich glaubte diesen Worten vollkommen, wie ein Kind. Ich betete mit diesen Worten und bekannte sie laut. Der Glaube daran, dass diese Worte wahr sind, und dass mein Mann und ich wieder zusammen kommen würden, war tief in mein Herz eingeprägt.

  Ich lebte mein Leben, engagierte mich in einer Gemeinschaft, trat der Bewegung der Reinen Herzen bei und trug meinen Mann immer im Herzen. Ich bestellte regelmäßig eine Messe für ihn, betete zwei Mal die Novene von Pompeji, bat alle paar Monate einige Klostergemeinschaften um Gebet …

  Die Zeit verging … Gegen diese Zeit rebellierte ich oft. Ich war jung, hatte eine gute Arbeit und wollte nicht allein sein. Einige Bekannte sagten zu mir: „Mädchen, was machst du bloß? Du vergeudest dein Leben, such dir doch jemanden …“ Manchmal kam in meinem Herzen die Frage auf, ob sie nicht vielleicht recht hätten … Doch während des Gebetes kam der Frieden zurück in mein Inneres und ich war davon überzeugt, dass ich nur mit meinem Mann wirklich glücklich sein könnte, denn Christus selbst hat uns ja mit unlösbaren Banden beim Ehesakrament verbunden.

  Bevor es jedoch besser wurde, kam es noch viel schlimmer … Mein Mann traf sich mit einer anderen Frau und zog mit ihr zusammen. Mit mir wollte er lediglich befreundet sein. Ich sagte ihm daraufhin, dass ich niemals seine Freundin sein könnte, denn ich bin und werde für immer seine Frau sein. Daraufhin brach ich den Kontakt zu ihm ab.

  Als ich den Schmerz darüber, dass mein Mann mit einer anderen Frau zusammen war, annahm und durchlitt, verspürte ich den Drang, noch intensiver für ihn zu beten. Auf den Rat meines Beichtvaters hin bestellte ich heilige Messen für die Heilung der Familie meines Mannes (der Großvater meines Mannes hatte seine Frau verlassen und viele Jahre mit einer anderen Frau zusammengelebt).

  Während die insgesamt 30 Messen gefeiert wurden, geschah es, dass mein Mann sich von der anderen Frau löste und aus der gemeinsamen Wohnung auszog. Später erzählte er mir, dass je länger er mit ihr zusammen gewesen war, desto unglücklicher fühlte er sich und desto mehr dachte er an mich … Gott führte uns langsam zusammen, wobei Er den freien Willen meines Mannes berücksichtigte. Wir begannen uns zu treffen, lernten uns neu kennen. Erst nach einem Jahr und einem langen Gespräch zogen wir wieder zusammen. Wir machten auch eine Ehetherapie.

  Ein paar Monate später fuhren wir zu Exerzitien für Eheleute mit Pater James Manjackal. Während dieser Exerzitien berührte Gott ein weiteres Mal das Herz meines Mannes. Mein Mann beichtete zum ersten Mal seit vielen Jahren. Nach der Beichte bat er mich um Vergebung für alles, was er mir angetan hatte und dankte mir dafür, dass ich auf ihn gewartet hatte. Er sagte auch, dass er mich liebe und dass er eigentlich niemals aufgehört habe mich zu lieben. Während dieser Exerzitien, die ein Geschenk Gottes waren, erneuerten wir auch unser Ehegelübde, und zwar am Vorabend unseres siebenten Hochzeitstages.

  Ich danke Gott dafür, dass Er mich mit Liebe an sich gezogen hat, als mein Mann mich verließ, dass Er mich an der Hand führte, mich trug, als ich keine Kraft mehr hatte, weiterzumachen, dass Er mich die ganzen drei Jahre über, als ich alleine war, ermutigte und unterstützte. Ich danke Ihm für die Erfahrung Seiner väterlichen Liebe zu mir als Seinem geliebten Kind während der Wallfahrt ins Heilige Land auf dem Berg Tabor. Ich danke Ihm dafür, dass Er mir wunderbare Priester auf den Weg stellte, die zusammen mit mir fest an die Rückkehr meines Mannes glaubten. Ich danke Ihm, dass Er durch die Freunde wirkte, die ich in meiner Gemeinschaft und der Bewegung der Reinen Herzen gefunden habe. Ich danke Gott für Sein Verständnis, als ich rebellierte, während ich auf meinen Mann wartete, für Seine Zeichen, die mir zeigten, dass ich auf dem richtigen Weg war. Und diese Zeichen brauchte ich so sehr wie die Luft zum Atmen – und es waren wirklich viele. Ich danke für alles, was Er, der Gott der unmöglichen Dinge, in meinem und in dem Leben meines Ehemannes sowie unserem gemeinsamen Eheleben bewirkt hat und immer noch bewirkt.

  Obwohl wir schon viele Gipfel erklommen haben und viele noch vor uns haben, gehen wir doch gemeinsam, zusammen mit Gott, und dieser Weg ist wunderschön. Das Eheleben ist wie der schwierige Aufstieg auf den Mount Everest. Doch je höher der Berg, desto schöner sind die Aussichten. Vor vielen Monaten, als ich noch allein war, hörte ich beim Gebet nach der hl. Kommunion eine Stimme in meinem Herzen, die mir sagte, dass wir auch Kinder haben werden. Diese Worte berührten mich, und auch wenn es für viele absurd klingen mag, so glaubte ich doch fest daran und nahm sie als eine Verheißung dessen auf, was sich einmal ereignen würde. Heute erfüllt der Herr sein Versprechen. In ein paar Monaten kommt unser erstes Kind zur Welt!

  Zusammen mit dem Psalmisten singe ich deshalb:

  „Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn.

  Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.

  Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast.

  Er stellte meine Füße auf den Fels, machte fest meine Schritte.

  Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unseren Gott“ (Psalm 40).

Kathrin    

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