Der glücklichste Mensch auf Erden

Autor: Zeugnis

Ich heiße Jan und bin Alkoholiker. 25 Jahre lang beherrschte der Alkohol mein Leben, seit 11 Jahren versuche ich, nüchtern zu leben.

Meine Kindheit war glücklich, bis uns mein Vater verließ. Die Last der Erziehung fiel auf meine kranke Mutter. Sie hatte ein weiches Herz, und ich wuchs unter ihrer Fürsorge auf. Im Teenageralter tauchten Komplexe auf, hauptsächlich ein Minderwertigkeitskomplex; ich fühlte mich schlechter als andere und nicht genug wertgeschätzt. Ich denke, man kann dies auf die mangelnde Unterstützung seitens meines Vaters zurückführen.

Da meine Mutter chronisch krank war, musste sie oft ins Krankenhaus. Ich suchte nach Liebe und versuchte, meine jugendlichen Träume und Zukunftspläne zu verwirklichen. Ich suchte aber in dieser Welt danach und geriet unter Leute, die „abhingen“, und denen Alkohol Freude und Erfüllung brachte. Sie führten ein Leben ohne Verantwortung, dafür aber mit Sex. Mir imponierte dies, und ich hielt solche eine Lebensart für richtig. Ich beendete die Schule und suchte mir eine Arbeit. Auch dort trank ich Alkohol. Ich hatte einen gut bezahlten Job, entsprechende Gesellschaft – es war super: fröhlich und sorgenfrei.

Nach außen hin sah alles toll aus, aber Satan führte mich auf den Weg der Selbstzerstörung und öffnete die Pforten der Hölle vor mir: Schrittweise wuchs in mir der Hass auf meine Umgebung, Streitereien fingen an – bis ich ganz tief sank …

Ich suchte mit meiner kranken Mutter Heiler und Bioenergotherapeuten auf, was den Zustand meiner Seele und meines Leibes nur verschlimmerte. Nach einem Alkoholexzess kam ich für kurze Zeit ins Gefängnis. Dort betete ich während der Spaziergänge das Gegrüßet seist Du Maria und hörte am Sonntag die Messfeier. Jesus klopfte an die Tür meines Herzens, aber ich sagte immer wieder stur „Nein“. Als ich wieder draußen war, vertiefte ich mich noch mehr in Egoismus und Hochmut … Der Teufel verstärkte den Hass auf Gott in meinem Innern. Gott schien mir sehr weit entfernt zu sein. Doch die Liebe Gottes des Vaters überwand meine Sünde: den Hochmut und den Hass auf Ihn und die Menschen. Am Aschermittwoch im Jahre 2000 sagte ich „Ja“ zu Jesus. Und diese Entscheidung hält bis zum heutigen Tage an. Gott ist mein Alles geworden und ich liebe Ihn.

In den elf Jahren meines Kampfes ums Nüchternsein besuchte ich Kurse und Exerzitien der charismatischen Erneuerung im Heiligen Geist. Das Beichtsakrament wurde für mich zu einem Sakrament der Liebe, das meinen Leib und meine Seele heilte. Täglich bete ich den Rosenkranz. Alles habe ich der Unbefleckten Jungfrau geweiht – „Totus tuus“. Seit drei Jahren empfange ich täglich Jesus in meinem Herzen. Er ist meine Liebe, ohne die ich nicht leben kann. Meine Weihe an Maria trägt Früchte: Am 08. Dezember habe ich nach einer fünfjährigen Formation die ewigen Gelübde im Dritten Orden des hl. Franziskus (den Terziaren) abgelegt. Ich gehöre nun ganz Jesus und Maria. Euch, die ihr dieses Zeugnis lest, wünsche ich dasselbe und bitte gemeinsam mit dem hl. Franziskus: „Liebt die Liebe, weil sie nicht geliebt wird. Übergebt euch Christus, und ihr werdet die glücklichsten und reichsten Menschen auf Erden sein.“

Jan, ein Alkoholiker 

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