Jesus hat gesiegt!

2009-11-25

Es fing mit meinem Interesse für ausgezogene Frauen auf den letzten Seiten bestimmter Zeitschriften an. Ich war damals 13 Jahre alt. Die Reaktion meines Körpers überraschte mich.

 

Ich entdeckte, dass Erregung etwas sehr Angenehmes ist, und konnte mich nicht mehr davon lösen. Im Gegenteil – es passierte immer häufiger, und schließlich täglich ...Und so versank ich, ohne es am Anfang wirklich zu begreifen, in den Sumpf der Sexabhängigkeit. Von meinem 17. Lebensjahr an kaufte ich regelmäßig pornografische Zeitschriften. Doch schon damals dämmerte es mir ein wenig, dass etwas Ungutes im Gange war. Die Erotik begann in meinem Leben zu dominieren und wurde sogar zur Besessenheit. Auf der Straße zog ich die Frauen mit den Augen aus, und in der Einsamkeit nahm ich die Porno-Hefte zur Hand. Gleichzeitig erschien mir das Leben immer grauer, bitterer, langweiliger, sinnloser und schmutziger zu werden: es war von Angst und Stickigkeit beherrscht. Ich fing an, mich vor mir selber zu ekeln; ich konnte mich auch nicht aufs Lernen konzentrieren. Mit meiner Familie und meinen Bekannten verstand ich mich nicht mehr. Dann fing ich an, mich zu isolieren, mich in meiner düsteren Welt zu verschließen. Ich spürte jedoch, dass etwas mit mir nicht stimmte, ich hatte Gewissensbisse und sehnte mich danach, mein Leben zu ändern.
Es kam zur Wende, als ich in ein Marienheiligtum pilgerte. Ich war damals 19 Jahre alt. Damals fing ich an, stärker über mein Leben und mein Verhalten nachzudenken. In dieser Zeit traf ich auch gute Menschen, die mir halfen, indem sie mir die wahren Werte und die wahre Freude zeigten. Diese erreicht der Mensch nicht durch Huldigung der Götzen des Hedonismus und des Konsums oder dadurch, dass er der eigenen Schwäche nachgibt und den leichten Weg geht, sondern durch aufrichtige Arbeit an der eigenen Persönlichkeit und ein Leben nach dem Evangelium und den Geboten Gottes. Ich bin den Menschen, die mir damals geholfen haben,unendlich und bis zu meinem Lebensende dankbar; ich werde ihre Güte niemals vergessen. Diese Menschen haben mir einen schweren Weg aufgezeigt, aber dies ist der einzige Weg, der zum Sieg führt, zum Glück. Dieser Weg ist Jesus Christus – unser Herr und Erlöser. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!
Jetzt sehe ich, dass Gott mich selbst in der schlimmsten Niederlage nicht allein gelassen hat. Wie lässt sich denn sonst beispielsweise die Tatsache erklären, dass ich mich gerade zu einem Zeitpunkt, als ich immer unwilliger in die Kirche ging, die Sakramente mied, dazu entschloss, eine Wallfahrt zu unternehmen, und dass ohne Rücksicht auf meine Umwelt? Heute weiß ich, dass Gott – der Gute Hirte – mich, das verlorene Schaf, an sich gezogen hat.
Doch zurück zur Wende. Damals, im Alter von 19 Jahren, wagte ich es, einige Monate nach meiner Wallfahrt, in der Beichte zu gestehen, dass ich viele Jahre lang sakrilegisch die Kommunion empfangen habe, weil ich meine Sünden verheimlichte. Dies war ein unglaublicher Sieg Jesu in meiner Seele. Ab da fing ich an, mein Problem wahrhaft zu betrachten. Ich benahm mich nicht mehr wie ein Alkoholiker, der behauptet, er sei gesund und könne sich kontrollieren; ich betäubte und betrug mein Gewissen nicht länger. Es begann mein Ausstieg aus dieser „moralischen Schizophrenie”, die darin bestand, dass ich einerseits am Leben der Kirche teilnahm, dem Satan und allem Bösen widersagte, andererseits aber in schwerer Sünde steckte. Man kann mit solch einer Heuchelei nicht leben, man kann nicht gleichzeitig vorwärts und rückwärtsgehen. Jeder Mensch sündigt, doch sollte er sich bemühen, den Weg der Gebote Gottes zu gehen. Und wenn er sündigt, sollte er so schnell wie möglich damit aufhören und den guten Weg weitergehen.
Als ich noch nicht auf diesem „guten Weg” war, im Alter von 17 bis 18 Jahren, las ich oftmals in den pornografischen Zeitschriften, dass dies, was ich tat, alle Jungen in meinem Alter tun würden, dass dies ganz normal sei. Aber ich fühlte mich doch nicht gut damit ...Damals las ich auch in einem dieser schmierigen Hefte den Brief eines Jungen, der davon handelte, wie sehr der Verfasser mit der Pornografie aufhören wollte, wie schwer er kämpfte, und als er in Keuschheit leben wollte, keinen Ort für sich finden konnte. Es schien ihm, er würde „explodieren” (Ich zitiere hier den genauen Wortlaut).
Ich dachte also, dass wenn man es schon nicht besiegen kann, man sich damit irgendwie arrangieren müsste. (Wie schnell schenkte ich dieser Lüge Glauben! ...) Ich versuchte, die Häufigkeit meiner Kontakte mit der Pornografie irgendwie einzuschränken, doch die Ergebnisse meiner Bemühungen waren sehr mager. Es gab auch Zeiten, in denen meine Sucht keine Bedenken bei mir auslöste; ich war dem Bösen gegenüber gleichgültig geworden und redete mir ein, dass es nichts Schädliches sei ... Heute sehe ich, wie schrecklich und gefährlich dieser Zustand war, denn er hätte zur Betäubung meines Gewissens und zur totalen Entgleisung führen können. Ich hätte dadurch nicht nur mich selber sehr verletzen können, sondern auch die Menschen in meiner Umgebung. Die heutige Welt ist deshalb so bedroht, weil viele Menschen das Bewusstsein der Sünde verloren haben – und die Sünde bedeutet immer Untreue Gott gegenüber, der immer nur das Beste für den Menschen will.
Der barmherzige Jesus hat mich vor der Abtrünnigkeit und dem Versinken in eine schwere Sünde bewahrt. Er, der mich so sehr liebte, dass Er in unsäglichen Qualen Sein Leben für mich hingab, Er – Jesus, hat bewirkt, dass ich heute dieses Zeugnis ablegen kann: „Meine Lieben! Glaubt nicht an diese schrecklichen Lügen, wenn man Euch sagt, dass es nicht möglich ist, in Keuschheit zu leben. Ein Leben in Reinheit ist möglich!” Ich danke Gott für jeden Tag, und jeder keusch gelebte Tag ist ein Wunder und ist wunderbar. Und dieses Wunder ist möglich und für jeden zu erreichen!
Das Leben bereitet viele Mühen und Probleme, doch seitdem ich in Keuschheit lebe, sehe ich alles vollkommen anders: Ich sehe den Sinn des Lebens, den Sinn des Leidens. Die Welt, in der ich lebe, entdecke ich heute ganz neu, so, als ob Schuppen von meinen Augen gefallen wären. Ich sehe nicht nur das Schlechte und Hässliche, sondern vor allem das Gute und Schöne – und kann mich daran aufrichtig erfreuen.
Jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der Mensch mit Gottes Gnade jede Sucht überwinden kann, auch alle Zwänge, selbst wenn der Kampf Jahre dauern sollte. Und es gibt keine Versuchung, die man nicht besiegen könnte. Würde nämlich solch eine existieren, so würde sie der Satan sicherlich benutzen, denn er möchte jeden Menschen vernichten. Wieso sollte er verschiedene Versuchungen anwenden? Er würde zu unserem Verderben genau diese eine benutzen, welcher der Mensch nicht widerstehen kann. Die Menge an Versuchungen zeugt also davon, dass sie alle überwunden werden können, wenn wir wirklich und ehrlich kämpfen und Gott um Hilfe anrufen – „Denn für Gott ist nichts unmöglich”(Lukas 1,37).
Obwohl ich das alles weiß und obwohl ich seit einigen Jahren in Reinheit lebe, bin ich vor einem Jahr gefallen. Ich habe einen Pornofilm eingeschaltet und sagte mir, es sei nur für einen Augenblick, dann würde ich sofort ausschalten. Ich sagte mir, ich sei stark ... Ich habe mich selber betrogen und mir etwas vorgemacht ... Ich fühlte mich furchtbar, doch ich gab der Verzweiflung nicht nach. Ich verschob die Reue und Buße nicht, sondern ging bei nächster Gelegenheit, bereits am zweiten Tag, zur Beichte. Man muss sich damit abfinden, dass wir, allein auf uns gestellt, schwach und gebrechlich sind. Doch sollte uns dies nicht entmutigen, sondern vielmehr zur engeren Vereinigung mit Gott führen. Haben wir jemals darüber nachgedacht, was für eine ungeheure Gnade das ist, dass wir, sündige Geschöpfe, uns mit dem mächtigen, heiligen, makellosen Schöpfer vereinigen können?
Durch meinen Fall erinnerte mich Gott daran, dass ich wachsam sein muss, dass ich ohne Ihn keine einzige Minute bestehen kann, dass ich mich fest an Ihn lehnen muss, unentwegt an Ihn denken und in Seine Gnade eingetaucht leben muss. Wenn ich heute auf die Geschichte meines Lebens blicke, sehe ich drei Etappen. Die erste Etappe – der Sündenfall und das Verharren in der Sünde für mehrere Jahre, trotz mancher Versuche, sich davon zu befreien. Die zweite Etappe – das Erkennen der Wahrheit, das Benennen des Problems, die Zeit des jahrelangen, schwierigen Ringens mit der Sucht. Durch die beharrliche Zusammenarbeit mit der Gnade Gottes habe ich die dritte Etappe erreicht – das Leben in Reinheit. So lebe ich nun schon seit einigen Jahren und ich würde keinen dieser Tage abgeben wollen, auch nicht für die größten Freuden oder die größten Schätze der Welt. Natürlich ist dies auch eine Zeit des Kampfes, des Ringens mit verschiedenen Versuchungen. Es gibt auch ruhige Zeiten, in denen ich die Frauen mit reinen Augen betrachten kann, wenn die Sünde mich nicht lockt; es gibt aber auch Momente oder ganze Tage, wo ich denke, dass ich es nicht länger aushalte. Die Sucht meldet sich gewaltig zurück, wenn ich beispielsweise im Schaufenster die Titelseiten pornografischer Zeitschriften oder Filme anschaue. Meine Hände fangen an zu zittern, ich schwitze und mein Herz rast ... Doch wir werden nur selten oder gar nicht fallen, wenn wir nicht allzu sehr auf uns selber rechnen, auf unsere Kräfte vertrauen, sondern auf Jesus. Wenn wir den Versuchungen widerstehen und Gott zu Hilfe rufen, dann werden wir in Ihm immer den Sieg davontragen. Nach Zeiten der Proben kommen immer Freude und Frieden. Ein ruhiges Gewissen voller Klarheit und Heiterkeit ist wohl der größte Schatz, den man auf dieser Erde finden kann. Es lohnt sich, um diesen Schatz zu kämpfen, indem man mit jeder Sünde kämpft und alle Gebote hält.
 
Ein Leser aus R.
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