Papst Benedikt: Das Beten der Psalmen - Mit Gottes eigenen Worten sprechen

2011-11-15

Autor: Radio Vaticana

Das Gebetbuch schlechthin des Volkes Gottes aufschlagen – so bezeichnete Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch seine Katechese zum Buch der Psalmen. Vor mehreren Zehntausend Pilgern und Besuchern auf dem Petersplatz sagte er:

„Die 150 Psalmen drücken die menschliche Erfahrung Gott gegenüber mit ihrem ganzen Facettenreichtum aus. Durch sie haben sich die Beter in Lobpreis und Bitte an Gott gewandt. Auch uns wollen die Psalmen beten lehren. In ihnen wird das Wort Gottes zum Gebetswort. Wir beten sozusagen mit Gottes eigenen Worten, damit wir lernen, zu ihm zu sprechen, eine Sprache mit ihm finden können.“

Der Papst verglich das Beten lernen durch die Psalmen mit grundsätzlichen Lernen des Menschen überhaupt. Wie ein Kind lerne, sich auszudrücken, so geschehe das beim Beter durch die Psalmen:

„Es lernt, die eigenen Wahrnehmungen, Gefühle und Bedürfnisse mit Worten auszudrücken, die es von seinen Eltern und von anderen Personen aus seiner Umgebung gelernt hat. Was es ausdrücken will, ist das, was es selbst erlebt hat, aber das Ausdrucksmittel kommt von anderen Menschen. Nach und nach eignet das Kind es sich an, aus der Leihgabe wird das eigene Reden, dass doch immer den andern was Wort verdankt. So ist es auch im Beten der Psalmen. Sie sind uns von Gott gegeben, damit wir Wörter haben, damit wir lernen, uns an Gott zu wenden und mit ihm zu sprechen. Möge das Buch der Psalmen uns helfen, Gott in allen unseren Lebensumständen zu loben und ihn vertrauensvoll zu bitten.“
 

Radio Vaticana

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