Ägypten: Belastungszeugen nicht berücksichtigt

2010-10-13

Ein Gericht in der ägyptischen Stadt Assiut hat vier Muslime freigesprochen, die wegen des Mordes an einem 61 Jahre alten Christen angeklagt waren.

Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte weigerte sich der Richter, die Aussagen von Belastungszeugen zu berücksichtigen. Tatmotiv für den Mord an Farouk Attallah im vergangenen Oktober war eine Beziehung zwischen seinem Sohn und einem muslimischen Mädchen. Nachdem es vier Mitgliedern der Familie des Mädchens nicht gelang, den geflohenen Sohn ausfindig zu machen, sollen sie statt seiner den Vater ermordet haben. Die Mörder feuerten 31 Kugeln auf den Kopf des Opfers ab, bevor sie ihn auf einem belebten Dorfmarktplatz enthaupteten. Der tote Körper wurde dann, begleitet von Siegesrufen, durch die Straße gezogen. Die Verhaftung der Täter am 24. Oktober 2009 entfachte gewalttätige Ausschreitungen muslimischer Ägypter gegen die Kopten des Dorfes. In Ägypten sind bis zu 10 Prozent der Einwohner Christen. Sie werden in Gesellschaft, Beruf und kulturellem Leben häufig diskriminiert. Immer wieder kommt es auch zu gewaltsamen Übergriffen.

 

Radio Vaticana

Voriger Artikel   |   Nächster Artikel Zurück

Copyright © Wydawnictwo Agape Sp. z o.o. ul. Panny Marii 4, 60-962 Poznań, tel./ fax: 61/ 852 32 82 | tel. 61/ 647 26 86