Solidarität mit dem Kloster Mor Gabriel weiterhin gefordert

2010-10-13

 

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Nach einem Gespräch mit Erzbischof Timotheos Samuel Aktas in Berlin erklären die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Dr. Maria Flachsbarth MdB, und die Obfrau der CDU/CSU-Fraktionim Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Ute Granold MdB:

Die Lage des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel im türkischen Tur Abdin ist unverändert besorgniserregend. Dem Kloster wird seit langem Land streitig gemacht. Der Prozess, in dem seit 2008 über beträchtliche Teile dieses klösterlichen Grundbesitzes verhandelt wird, verzögert sich weiter. Nachdem die letzten Verhandlungstermine ohne Ergebnis vertagt worden sind, bangt das Kloster Mor Gabriel damit nach wie vor um seine Existenz.

Die Situation von Mor Gabriel erfordert wie bisher die internationale Solidarität. Politik, Zivilgesellschaft und Kirchen müssen weiterhin gemeinsam dem Kloster beistehen. Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag hat sich zum weltweiten Einsatz für Religionsfreiheit in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich bekannt.

Der Umgang mit dem Kloster Mor Gabriel ist auch ein Lackmustest dafür, wie ernst es der Republik Türkei mit den Rechten für die nicht-muslimischen Minderheiten in ihrem Land ist. Das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel im Tur Abdin wurde 397 gegründet und ist damit eines der ältesten Klöster der Welt.

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Mor Thimotheus Samuel Aktas aus dem Kloster Mor Gabriel feiert Gottesdienst in

Göppingen

Sonntag, 14. März 2010

Die Stiftskirche in Faurndau ist voll, sie platzt aus ihren Nähten. Die Gläubigen der syrisch-orthdoxen Kirchengemeinden von Göppingen und Umgebung wollen den „Helden des Turabdin“ (Berg der Knechte Gottes- im Südosten der Türkei- hier leben noch ca. 400 christliche Familien) sehen. Seine Eminenz, der Erzbischof Mor Timotheus Samuel Aktas und seine beiden Begleiter, die beiden Lehrer des Klosters Isa Gülten und Isa Dogdu sind auf Einladung der Evangelischen Landeskirche Württembergs zu Gast in Stuttgart. Auf der Frühjahrstagung der Landessynode berichtet seine Eminenz von den Vorgängen und seinen Sorgen um das Kloster Mor (Sankt) Gabriel. Bei der Tagung der Solidaritätsgruppe Turabdin in Nürnberg konnten Sie ebenso von den aktuellen Problemen um das Kloster berichten.

Wenn es nach der türkischen Regierung und der kurdisch-arabischen Bevölkerung der Nachbardörfer gehen soll, soll das Kloster Mor Gabriel den syrisch-orthdoxen Christen enteignet werden und verstaatlicht werden.

Mehrere Gerichtsprozesse von 2008 an bis jetzt haben die Klosterbewohner um ihren Erzbischof überstanden. Der Bischof ist müde, er berichtet in seiner Predigt im Gottesdienst von seinen Sorgen, davon, das er mächtelang nicht geschlafen hat, seinen Gottesdienst nicht halten konnte, da er in Verhandlungen saß.

Aber er will nicht aufgeben. Er hat sich eine Verantwortung gegenüber der syrisch-orthoxen Kirchengemeinden im Turabdin auferlegt.

Mor Samuel Aktas berichtet über den Neubau der Heizung, die großzügigerweise von der evangelischen Landeskirche finanziert wurde. In seiner Rede an die Gemeinde sagt er „ohne die Hilfe der großen Schwesterkirchen, hätten wir manche Probleme nicht lösen können. Seid dankbar, das ihre Kirchen hier in Deutschland nutzen könnt“. Dem Helden wird applaudiert. 25 Jahre ist er dieses Jahr im Amt und er hat viel gesehen. Das Kloster Mor Gabriel wäre ohne ihn nicht das, was es heute ist.

Die Muslimische Bevölkerung hat Anfang der siebziger Jahre die Klosterräume als Stallungen genutzt und dort ihre Pferde untergebracht. Das Schicksal wollte es anders. Mit dem damaligen jungen Abt, der Theologie unter anderem auch in New York studierte, blühte das Klosterleben wieder auf. Er ermöglichte vielen jungen Männern aus den umliegenden christlichen Dörfern eine klerale Ausbildung, sorgte dafür, das sie Stipendien bekamen und auch im Ausland studieren durften.

Viele der damaligen Absolventen sind Pfarrer und Lehrer für den muttersprachlichen Unterricht geworden. Dazu maßgeblich beigetragen hat auch einer der Begleiter des Bischofs. Lehrer Isa Gülten, der seit 25 Jahren dem Kloster treu dient, hat sein gesamtes Leben dort verbracht und ebenso wie der Erzbischof dazu beigetragen, das die damaligen Jungen ihre Ausbildung bekamen. So berichtete Pfarrer Melke Teber, auch ehemaliger Klosterschüler: „Ich erinnere mich noch daran, wie du Malfono (Lehrer) uns nach der Feldarbeit auf den Feldern des Klosters die Füße gewaschen hast, damit wir mit sauberen Füßen das Kloster betreten konnten.

Und wie du für uns den Ofen mit Holz beheizt hast. Wir wollten dir die Arbeit abnehmen, aber du sagstest, ihr seit Schüler und ihr seid zum lernen hier, ich bin euer Lehrer, ich will für euch sorgen.“ Auch heute kann der Klosterbetrieb nur ablaufen, weil alles reibungslos klappt, die Lehrer den Bischof unterstützen und die Mönche sich um die Seelsorge im Kloster kümmern. Um das leibliche Wohl sorgen Nonnen, die 40 Jungen versorgen, die ihre Ausbildung im Kloster bekommen, es wird genäht, gewaschen, die Felder bestellt und die Tiere versorgt. Das Kloster ist Selbstversorger, der nicht abreissen wollende Besucherstrom kostet- auch die hohen Gerichtskosten, die das Kloster selber tragen muss. Gebannt hören die vielen Gottesdienstbesucher dem Erzbischof zu. Es ist still. Er sagt: „ich bin nicht euer Held, auch wenn ihr mich gerne so darstellt. Ich will euer Diener sein“, das sind die bescheidenen Worte des Mannes, der sich im Turabdin ein Denkmal gesetzt hat.

Er erzählt wie sehr es ihn gefreut hat, das die Demonstration in Berlin einen so großen Zusammenhalt hervorgerufen hat. „Eure Söhne und eure Töchter haben gerufen „Ich bin ein Sohn Mor Gabriels, oder ich bin eine Tochter Mor Gabriels. Wisst ihr, wie sehr ich mich gefreut habe?“ Schickt eure Söhne zur Ausbildung, wir bilden sie aus. Damit stiftet ihr einen Gedenkstein, im Kloster der 12.000 Heiligen, vergesst uns nicht“.

 

Martina Ürek

Göppingen

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