Kein Recht auf Abtreibung

2011-02-04

Autor: Radio Vaticana

Österreich: Kein Recht auf Abtreibung

Der Katholische Laienrat Österreichs ist gegen die Streichung der Abtreibung aus dem Strafrecht. Nach dem österreichischen Strafgesetz ist Abtreibung grundsätzlich verboten und strafbar. Das soll es nach dem Laienrat auch bleiben, „da sie Tötung eines werdenden menschlichen Lebens ist“. In der derzeit gültigen „Fristenregelung“ verzichtet der Gesetzgeber unter bestimmten Bedingungen auf die Strafbarkeit, ohne jedoch das grundsätzliche Verbot der Abtreibung aufzuheben. Aus dieser Regelung, die seit über dreißig Jahren besteht, aber ein „Recht auf Abtreibung“ abzuleiten, widerspreche dem Sinn und dem Buchstaben der gesetzlichen Regelung, sagt Laienrats-Präsident Wolfgang Rank.
 
 

Spanien: Immer mehr Abtreibungen 

In Spanien werden immer mehr Abtreibungen vorgenommen. Darauf weist die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ am Sonntag unter Berufung auf das „Institut für Familienpolitik“ hin. 2008 seien 115.812 ungeborene Menschen getötet worden, 3.675 mehr als im Vorjahr. Damit habe Spanien Deutschland überholt, das allerdings doppelt so viele Einwohner zählt. Besonders bei benachteiligten Frauen passierten Abtreibungen: 43,7 seien Immigrantinnen, und 8,83 Prozent Jugendliche. Das Institut forderte eine Änderung der Politik; den Frauen müsse mehr geholfen werden.
(or 08.11.2009 mc)
 
 

Spanien: „Wert der Familie verteidigen“

Tausende von Menschen haben an diesem Sonntag im Stadtzentrum von Madrid gegen die Abtreibungspläne der sozialistischen Regierung demonstriert. Die Kundgebung ist der Startschuss für eine breite Kampagne gegen die liberalen Gesetze der Regierung. Damit sollen alle Europäer „das schlimmste Abtreibungsprojekt der EU kennenlernen können“, sagte ein Sprecher der spanischen Lebensschutzorganisation DAV („Derecho a la vida“, Recht auf Leben) in Madrid. Spanien hat am 1. Januar turnusgemäß von Schweden die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Seit Jahren kämpft die Kirche des Landes gegen die Liberalisierungsprojekte der Regierung von Ministerpräsident Joseluis Zapatero. Besonders ist es den Katholiken um die schwindende Verankerung der traditionellen Familie in der spanischen Gesellschaft zu tun. Kurz vor dem Jahreswechsel, am Fest der heiligen Familie, feierte deshalb der Erzbischof der spanischen Hauptstadt, Kardinal Antonio María Rouco Varela, eine große Messe für die traditionelle Familie.
 „Teilgenommen haben nicht nur Familien aus Madrid und Spanien, sondern auch viele Familien aus zahlreichen Ländern Europas; auch aus Deutschland kamen Gruppen von Familien, die mit uns diese große Feier am Fest der Heiligen Familie gefeiert haben. Es war ein öffentliches Zeugnis für den unerläßlichen und durch nichts zu ersetzenden Wert der Familie, die aus der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau hervorgeht und die sich als eine Gemeinschaft des Lebens und der Liebe sieht, die für das Leben der Partner und der Kinder bestimmt ist! Eine Familie, die versucht und danach trachtet, dem Willen Gottes zu entsprechen, der sich als Gesetz, aber auch als Gnade für die Menschen offenbart hat... Es war ein großes Fest der Familie und ein großer Moment dafür, dass man die Problematik der Familie in Europa aus christlicher Sicht wahrnimmt. Und eine Ermutigung dafür, dass wir – die Christen, die Katholiken, die Kirche und alle kirchlichen Bekenntnisse in Europa dieses Problem in seiner großen Bedeutung wahrnehmen und sich dafür entscheiden, eine aktive Pastoral der Familie in die Hand zu nehmen!“
 
 

Spanier schaffen, was Deutsche wohl noch lernen müssen

Christen dürfen sich an die Tötung von Menschen niemals gewöhnen. Das betont der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann, in seinem Kommentar der Woche für Radio Vatikan. Spanien weise in dieser Hinsicht den Weg, denn dort seien Bischöfe und Priester dabei, wenn Menschen für die Familie, für das Leben und für die Unantastbarkeit der Menschenwürde auf die Straße gehen. „Spanier schaffen, was Deutsche wohl noch lernen müssen“, sagt Lohmann.
Lesen und hören Sie hier den Wochenkommentar von Martin Lohmann
(rv 24.10.2009 mg)
 
Liebe Hörerinnen und Hörer,
kennen Sie den Unterschied zwischen Berlin, München und Madrid? Was unterscheidet diese Städte, was verbindet sie? Faszinierend sind sie alle, jede auf ihre Weise. Und es verbindet sie, dass sich die Freunde des Lebens in diesen Wochen dort zu Wort gemeldet haben. In Berlin mit einem beeindruckenden Schweigemarsch. In München mit einem Gebetszug. Und in Madrid mit einem riesigen Fest für das Leben. In der deutschen Hauptstadt gab es Hass und unterschwellige Gewaltbereitschaft von Linksradikalen und Tötungsbefürwortern gegen das Zeugnis für die Unantastbarkeit des Lebensrechts. In der bayerischen Hauptstadt gab es Ärger mit dem Bistum, das den Betern die Kirche verweigerte – aus Angst, Radikale könnten mitgehen und das edle Anliegen missbrauchen. Und in der spanischen Metropole feierte mehr als eine Million Menschen die Freude am und das Recht auf Leben. Ohne hässliche Störungen. Ohne Ärger mit der Ortskirche. Spanien setzt Maßstäbe. Spanien zeigt den Weg. Spanier schaffen, was Deutsche wohl noch lernen müssen. Denn in Spanien fehlte jeder moralische Zeigefinger. In Spanien wurde ein positives Zeugnis für Kinder und die Familie gegeben. Und, ganz wichtig: In Spanien ist die Kirche, also auch die sogenannte Amtskirche, ganz selbstverständlich Teil der Bewegung für das Leben. Dort sind Bischöfe und Geistliche dabei, wenn Menschen für die Familie, für das Leben und für die Unantastbarkeit der Menschenwürde auf die Straße gehen. Ohne Pathos. Ohne Scheu. Ohne Ängstlichkeit. Einfach so. Weil es halt normal ist, für das Leben Flagge zu zeigen. Weil es zum Auftrag des Christen gehört, Zeugnis zu geben. Nicht nur im geschlossenen sicheren Kirchenraum. Sondern auch draußen, mitten in der Welt.
Davon kann man lernen. Es wird Zeit, dass sich auch in Deutschland überall herumspricht, wie selbstverständlich und gewinnend der Einsatz für das Leben sein kann – und sein muss. Mitten im Leben. Mitten in der Welt. Ohne vorauseilende Ängstlichkeit. Mitten in der Gesellschaft.
Es wäre fatal und unverantwortlich, wenn es Gegnern des Lebensschutzes gelingen würde, innerhalb der Christenheit die Botschaft für das Leben – wenn auch nur zeitweise – zu verdunkeln. Diesen Gegnern, ob sie nun von links oder rechts kommen, darf zu keinem Zeitpunkt die Gelegenheit gegeben werden, Missverständnisse oder gar Spaltungen in dieser zentralen Frage der Humanität unter Christen zu streuen. Gerade jetzt ist es notwendig, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen, sich nicht irritieren zu lassen. Gerade jetzt ist es geboten, mehr denn je gemeinsam Zeugnis zu geben für das Recht auf Leben von Anfang bis zum natürlichen Ende – und gegen ein Recht auf Tötung, das es nicht gibt und nicht geben kann. Gerade jetzt sind alle verpflichtet, dem einen Zeugnis viel Licht zu geben – über alle Konfessionsgrenzen hinweg, und quer durch alle Hierarchien.
Die Bewährungsproben für diese Einheit werden künftig nicht leichter. Sie werden auch nicht weniger. An die Tötung von Menschen dürfen sich Christen niemals gewöhnen. Hier dürfen sie sich niemals wegducken. Hier gibt es keine Einladung zum Einknicken. Abtreibung, embryonale Stammzellen und Euthanasie – das sind nur wenige Stichworte, die markieren: Es kommt auf Christen an! Basischristen und Amtsträger. Laien und Bischöfe. Störmanöver müssen gleichsam draußen schon abgewehrt werden. Wer sie nach drinnen rein lässt, hat schon einen Fehler begangen. Doch es gibt Fehler, die das Leben einfach nicht verdient hat.
Madrid zeigt den Weg. Auch den Weg zu einem Selbstbewusstsein, das eigentlich selbstverständlich sein müsste. Nein, das selbstverständlich sein wird. Christen haben das Zeug dazu. In Berlin, in München und in Madrid.
 

Martin Lohmann (52) ist katholischer Publizist, Buchautor und Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), der Dachorganisation christlicher Lebensrechtsverbände und -gruppen in Deutschland. Sein neues Buch „Das Kreuz mit dem C. Wie christlich ist die Union?“ hat in Deutschland aktuell engagierte Debatten ausgelöst.

Nächster Artikel Zurück

Copyright © Wydawnictwo Agape Sp. z o.o. ul. Panny Marii 4, 60-962 Poznań, tel./ fax: 61/ 852 32 82 | tel. 61/ 647 26 86