2017-3 Zeugnisse

Mein Weg zu Gott

Sep 01, 2017 Zeugnis

Meine Freundin wusste, dass ich Atheistin bin , doch sie versuchte nicht, mich zu bekehren oder mit Gewalt zu überzeugen. Sie legte mit ihrem eigenen Leben Zeugnis ab.

Ich wuchs in einer Familie auf, die ich jedem wünschen würde, und durch viele Jahre hinweg war ich absolut davon überzeugt, dass es so war. Ich hatte liebevolle Eltern und Großeltern, wunderbare Tanten und eine zwei Jahre ältere Schwester, die mich ein wenig bemutterte und meine kleinen Geheimnisse und „Streiche“ mit mir teilte.

Meine Eltern lehrten uns Liebe und gegenseitigen Respekt, sie waren unsere Stütze und unser Vorbild. Wir vergötterten sie, besonders unseren Vater, der für uns Mädchen das Idealbild eines Mannes war. Zu Hause hörten wir niemals, dass sich unsere Eltern streiten würden; wenn sie in irgendeiner Sache unterschiedlicher Meinung waren, setzten sie sich bei einer Tasse Kaffee hin und diskutierten so lange, bis einer von der Meinung des anderen überzeugt war.

Aus den Erzählungen, die wir manchmal hörten, ergab sich das Bild ihrer schönen Liebe, einer Liebe auf den ersten Blick, eines gegenseitigen Gefühls, welches ununterbrochen jahrelang dauerte. Wir wuchsen heran und sahen, wie sie sich jeden Augenblick aneinanderschmiegten, wie im Verlauf der Zeit ihre Zärtlichkeit nicht abnahm, sondern wuchs. Das war einfach wunderschön!

Als wir klein waren, waren unsere geliebten Eltern unsere ganze Welt, eine nicht allzu große gemütliche Wohnung, der Spielplatz, im Sommer der Strand und das Rauschen der Wellen. Mein Vater war Offizier, Kommandeur der Seestreitkräfte, er fuhr zur See und kehrte wieder, fuhr zur See und kehrte wieder, und wir, seine drei Frauen, vermissten ihn sehr und erwarteten jedes Mal seine Wiederkunft, um dann viele Tage hinweg seine Seemannsgeschichten zu hören.

Die Nachricht über meine eventuelle Ehe mit einem Katholiken und eine Hochzeit in der Kirche war für meine Eltern nicht akzeptabel

Der erste Misston kam auf, als meine Schwester und ich zur Schule gingen. Unsere Eltern befreiten uns von den Religionsstunden und erläuterten uns, dass sie nicht an die Existenz Gottes glaubten. Die meisten Kinder nahmen an den Religionsstunden teil, bereiteten sich auf die Erste Heilige Kommunion vor, und wir beneideten unsere Freundinnen wegen ihrer weißen Kleider, der Haarkränze und allem, was diese wunderschöne katholische Feier auszeichnet. Wir kamen mit einer anderen, unbekannten Welt in Berührung. Wir fühlten uns fremd, und das war kein angenehmes Gefühl. Doch die Liebe der Eltern sowie der Glaube daran, dass die anderen sich irrten und nicht sie, sie entschädigten uns für alle negativen Empfindungen und Widerwärtigkeiten, die wir seitens unserer Altersgenossen zu ertragen hatten. Im Verlauf der Zeit erfuhren wir, dass unsere Eltern aus katholischen Familien stammten. Mein Vater war in seiner Kindheit Messdiener, meine Mutter diente in einer Gemeinschaft der Muttergottes, doch sie verwarfen diesen „Aberglauben“ zugunsten „der Wissenschaft und des Verstandes“.

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