2017-4 Geistiges Leben

Alis außergewöhnliche Pilgerreise

Apr 27, 2018 Bartłomiej Grysa

Es ist unfassbar, wie oft wir uns nicht einmal darüber bewusst sind, welch großes Geschenk wir empfangen haben, indem wir in einer christlichen Familie geboren und aufgewachsen sind. Wir betrachten das als völlig normal, dabei haben doch Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt diese Gnade nicht erfahren!

Unter ihnen sind aktuell gan – ze 1,5 Milliarden Muslime, die im totalitären System des Is – lams gefangen sind. Einer von ihnen war Ali aus der Türkei, bis zu dem Tag, an dem er eine außergewöhnli – che Pilgerfahrt nach Mekka machte…

Ali wurde in einem armen türki – schen Dorf geboren, das zu einhundert Prozent muslimisch war. Von Kindes – beinen an hütete er Schafe. So manches Mal wurde er von seiner Mutter geschlagen, weil er, statt auf die Scha – fe aufzupassen, lieber in der Betrach – tung der umliegenden Natur versank. Eine besondere Schönheit nahm er in den Blumen wahr, die ihre Köpfe gen Himmel reckten. Zusammen mit ihnen schaute auch er häufig in die Höhe, um einen Gott zu suchen, der ihm nahe gewesen wäre, und nicht fern und streng wie der Allah, den er kannte – der beste unter allen, die Listen ausheckten (Sure 3,54). In sol – chen Momenten wandte sich Ali mit eigenen Worten an Gott und erzähl – te Ihm von seinen Problemen und Sorgen. Der Himmel jedoch schien zu schweigen…

„Er näherte sich mir und sagte: »Du gehörst zu Mir.« Ich weiß nicht, wie, aber mir war klar, dass das Jesus war“

Die Familie arbeitete hart, um zu überleben, niemand kümmerte sich um die Probleme des heranwach senden Jungen. Ali erlangte eine gute Fachausbildung, er wurde Maurer und Verputzer, aber er ertränkte seine Probleme im Alkohol, obwohl der Koran das Trinken von Alkohol ausdrücklich verurteilt, jedenfalls zu Lebzeiten (Sure 5,90). Nach dem Tod sollen im muslimischen Himmel Bäche von Wein für die „Gläubigen“ fließen (Suren: 47,15 und 83,25). Der Gott, den Ali kannte, erschien ihm durch das Prisma des Islams als einer, der Feindschaft und Neid entfacht, der die Menschheit irreführt und Dämonen gegen Ungläubige aussendet (Suren: 5,14.64.91; 19,83), und nicht als liebender Vater, der den Sünder sucht (Ez 18,23; Lk 15,20-24).

Der Gott, den Ali kannte, erschien ihm durch das Prisma des Islams als einer, der Feindschaft und Neid entfacht, der die Menschheit irreführt und Dämonen gegen Ungläubige aussendet […], und nicht als liebender Vater, der den Sünder sucht

Irgendwann heiratete Ali und wurde Vater zweier Kinder. Schnell machte er seiner Familie das Leben zur Hölle, und die Nachbarn kannten ihn als Randalierer und Trinker. Da Ali seinen Zustand nicht in den Griff bekommen konnte, fuhr er häufig für Monate und sogar Jahre von zuhause fort, um in Istanbul zu arbeiten. Dort fand er immer eine gute Arbeit. Doch die Einsamkeit machte ihm zu schaffen, die er dann wiederum in Alkohol ertränkte…

Die Reise nach Saudi Arabien

„Nach der Arbeit ging ich mit Kollegen in Bars. Als ich einmal bis spät in die Nacht in einer solchen Bar saß, verwickelte ich mich in ein ehrliches Gespräch mit dem Barkeeper. Als dieser meine Geschichte hörte, riet er mir, nach Saudi Arabien zum Arbeiten zu fahren. »Dort ist Alkohol vollkommen verboten und du wirst ihn bestimmt nirgendwo auftreiben können«, redete er mir zu. Ich war verzweifelt und beschloss, hinzufahren. In der Türkei verdiente ich sehr gut, aber nur in Saudi Arabien sah ich eine Chance, aus meinem Alkoholismus herauszufinden.“

Nachdem er in Saudi Arabien angekommen war, fand Ali recht schnell einen Ort, wo er Alkohol kaufen konnte… Er trank heimlich davon und riskierte damit nicht nur seine berufliche Karriere, sondern auch eine schmerzhafte Strafe in Form von Peitschenhieben, wenn man ihn in flagranti ertappen würde. Saudi Arabien ist das Herz des Islams und das schlimmste Regime, in dem die Scharia gilt, der zufolge für das Trinken von Alkohol die Prügelstrafe vorgesehen ist. Als seine Kollegen Alis Schwierigkeiten sahen, rieten sie ihm, mit ihnen nach Mekka zu fahren. „Dort wird dir Allah bestimmt helfen“, versicherten sie ihm. Außerdem konnte er dadurch ein religiöses Gebot des Islams erfüllen. Durch eine gute Tat wie eine solche Pilgerreise würde er sich bestimmt ein wenig Gnade bei Allah „verdienen“…

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