2017-4 Bekehrungen

Die gewonnene Heiligkeit: Hermann Cohen

Apr 27, 2018 Maria Zboralska

Mit dem Klavierspielen begann er, als er vier Jahre alt war. Im Alter von 12 Jahren erfreute er sich bereits weltweiter Berühmtheit. In den nächsten Jahren genoss er seine Erfolge und lebte, wie es ihm gefiel. Wer hätte gedacht, dass Hermann Cohen sich im Alter von 29 Jahren bekehren und den Habit des Karmeliterordens anlegen würde, und darüber hinaus einen Grad der Heiligkeit erlangen würde, der nun seinen Seligsprechungsprozess veranlasst hat?

Auf den Spuren des hl. Augustinus

Obwohl die Geschichte Cohens an den Lebensweg des hl. Bruder Albert (Adam Chmielowski) erinnert, eines begabten Malers, der die Kunst verwarf, um sich Gott im Dienst an den Armen zu schenken, so fühlte sich der deutsche Pianist geistig vor allem mit dem hl. Augustinus verbunden. Die unrühmliche Vergangenheit des Bischof von Hippo aus dem 4. Jahrhundert erinnerte Hermann an seine eigene Jugend, die er mit Vergnügungen verbrachte, ohne sich um Religion oder auch nur moralische Prinzipien zu scheren. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich der Musiker für seinen Tauftag (28. August 1847) den liturgischen Gedenktag des hl. Augustinus aussuchte und im Orden den Namen „Pater Augustinus Maria vom Allerheiligsten Sakrament“ annahm. Und so, wie der heilige Augustinus nicht zufällig in diesem Ordensnamen gewürdigt wurde, so ist es auch in Bezug auf Maria und die Eucharistie, die großen Lieben Cohens. Ihnen verdankte er die größten Wenden in seinem Leben, und sie waren es, die im Zentrum seines geistlichen Lebens standen.

Ein genialer Künstler

Hermann Cohen wurde am 10. November 1821 in einer jüdischen Familie in Hamburg geboren. Der Vater, ein geschickter Bankier, ermöglichte seiner Frau und den drei Kindern ein Leben in Wohlstand. Auch hatte er ein wichtiges Amt in der Synagoge inne, indem er der Gemeinde den Segen erteilte. Der sensible Junge nahm von Anfang an die Atmosphä- re des Gebets im Gotteshaus auf, gerne sang er auch daheim zusammen mit seinen Geschwistern die Psalmen. Die Eltern entdeckten schnell sein außergewöhnliches musikalisches Talent. Im Alter von vier Jahren begann Hermann, Klavier zu spielen, und zwei Jahre später kannte er bereits alle bekannten Opernmelodien. Er wurde zum Lernen zu einem Professor geschickt, der die musikalischen Fähigkeiten des Jungen weiterentwickelte, dessen Einfluss auf die Erziehung seines Schü- lers sich jedoch als fatal erwies. Das Kind lernte nicht nur, was Jagden, Pferde und Glücksspiel sind, sondern es begann dieses Leben voller Annehmlichkeiten und Verschwendung, das er bei seinem Meister sah, selbst zu lieben. Als Folge davon begann der junge Cohen, seine Familie zu terrorisieren, indem er seine Mutter und seine Geschwister dazu zwang, ihm alle seine Launen zu erfüllen. Die Situation hätte sicherlich anders ausgesehen, wenn der Vater des Jungen sich nicht in einer „erleuchteten“ Form des Judaismus engagiert und darüber hinaus ganze Tage mit der Vermehrung seines Vermögens zugebracht hätte.

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