2018-1 Geschichte Katholische Kirche

Die protestantische Reformation (Teil 3)

Apr 20, 2018 Grzegorz Kucharczyk

Die Reformation hat auch auf entscheidende Weise zur Säkularisierung (Verweltlichung) der Institution der Ehe beigetragen, und zwar durch die Ablehnung ihres sakramentalen Charakters. Auch in dieser Hinsicht war Luther ein Vorreiter.

Die Ablehnung der hl. Messe

Die protestantische Reformation hat die katholische Lehre von den heiligen Sakramenten vollkommen verworfen. Die Urheber der Reformation haben eigentlich nur das Taufsakrament aufrechterhalten, die übrigen sechs Sakramente jedoch, die die Katholische Kirche von Anfang an gelehrt hat, verworfen. Dies betraf auch das Sakrament des Altares (Eucharistie), welches „Quelle und Höhepunkt“ des geistlichen Lebens der Kirche ist (hl. Paulus II.). Wie wir im ersten Teil dieses Zyklus gesehen haben („Liebt einander!“ 3-2017), hatte Martin Luther bereits als katholischer Priester ernsthafte Probleme damit, die Lehre der Kirche über die hl. Messe zu akzeptieren, insbesondere jedoch, was die reale Gegenwart Christi auf dem Altar unter den Gestalten von Brot und Wein betrifft. Bereits vor 1517 vernachlässigte Luther diese wichtigste Pflicht jedes katholischen Priesters, die darin besteht, das Heiligste Opfer darzubringen (ein Privileg, das sogar den Engeln vorenthalten bleibt, selbst jenen, die Gottes Thron am nächsten stehen).

Martin Luther und andere Urheber der protestantischen Reformation, wie Ulrich Zwingli oder Johannes Calvin, verwarfen vor allem die katholische Lehre vom Opfercharakter der hl. Messe

Martin Luther und andere Urheber der protestantischen Reformation, wie Ulrich Zwingli oder Johannes Calvin, verwarfen vor allem die katholische Lehre vom Opfercharakter der hl. Messe, also davon, dass sich auf dem Altar auf unblutige Weise die Vergegenwärtigung des Opfers Christi vollzieht, das auf blutige Weise ein einziges Mal von Ihm auf Golgatha dargebracht wurde. Stattdessen konzentrierten sie sich auf die Betonung des Gedenkens an das letzte Abendmahl, womit sie die für jede Häresie so charakteristische Reduktion der vollen Lehre der Kirche auf einen einzigen Aspekt bewirkten. Denn die Kirche lehrt ebenso, dass es während der hl. Messe zum Gedächtnis an jene Ereignisse kommt, die während des letzten Abendmahls stattfanden (dies sind schließlich auch die Konsekrationsworte, die der Priester spricht), aber nicht nur. Es handelt sich doch um das Allerheiligste Opfer. Diese Formulierung finden wir weder im Luthertum noch im Calvinismus, noch in irgendeiner anderen, aus diesen hervorgegangenen protestantischen Denomination. So etwas wie eine „protestantische hl. Messe“ gibt es nicht, weil es vonseiten der Anhänger Luthers und Calvins keine Anerkennung der Lehre von der wunderbaren Vergegenwärtigung des Opfers Christi durch den Priester, der als alter Christus (lat.: ein anderer Christus) am Altar steht, gibt.

Die Begründer der Reformation verwarfen ebenso die katholische Lehre von der Wandlung (Transsubstantiation), die sich in dem Augenblick vollzieht, in dem der Priester die Konsekrationsworte über Brot und Wein spricht. Wie die Kirche lehrt, kommt es dann zu einer vollkommenen Verwandlung der Substanzen von Brot und Wein in den Leib und das Blut des Herrn, und es bleiben nur noch die äußeren Attribute von Brot und Wein zurück (Aussehen, Geschmack). Der ganze Christus ist in jeder der beiden Gestalten des Allerheiligsten Sakraments gegenwärtig. Nach seiner Trennung von der Kirche verwarf Martin Luther die katholische Lehre von der Transsubstantiation und ersetzte sie durch seine eigene Theorie von der Konsubstantiation, also die Überzeugung, dass nach der Konsekration sowohl die Substanz des Brotes als auch der Leib Christi, die Substanz des Weines als auch das Blut Christi bestehen. Anderes lehrten Calvin und Zwingli ihre Anhänger; was die Wandlung betrifft, so lehnten sie den „Kompromiss“ ab, den Luther vorgeschlagen hatte, und ließen allein eine geistige Gegenwart Christi unter den Gestalten von Brot und Wein zu.

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