2018-1 Katholische Kirche

Wie sollen wir leben? Ratschläge von Johannes Paul II.

Apr 20, 2018 Maria Zboralska

„Die Aufgabe jedes Menschen ist es, zum Gestalter des eigenen Lebens zu werden: Der Mensch soll daraus ein Meisterwerk machen“, schrieb der hl. Johannes Paul II. Aber wie macht man das?

Helfen kann uns hierbei Karol Wojtyla selbst, der uns nicht nur das Beispiel seines heiligen Lebens, sondern auch eine Menge weiser Texte hinterlassen hat, mit denen wir versuchen können, das Rezept für ein fruchtbares Leben zusammenzustellen. Dieses lässt sich zu einigen besonders wichtigen Ratschlägen zusammenfassen.

„Neu von Christus her beginnen“ (Novo millenio ineunte, 2001)

Man beginnt den Bau am Gebäude eines wunderbaren Lebens damit, es auf ein starkes Fundament zu stellen. Johannes Paul II. wies auf den Glauben an Gott hin. Obwohl der Papst nichtgläubige Menschen respektierte und mit dem Vatikanischen Konzil bekräftigte, dass auch sie, wenn sie redlich nach der Wahrheit suchen, gerettet werden können, so ist ihr Leben doch von einem schmerzhaften Mangel geprägt. Vor einer leichtfertigen Einwilligung in eine solche Leere warnte der Heilige Vater jene Katholiken, die zu vergessen scheinen, welch großes Geschenk sie empfangen haben. Er sagte: „Lasst euch nicht von der Versuchung irreführen, dass der Mensch sich finden, sich ausdrücken kann, indem er Gott verwirft, das Gebet aus seinem Leben streicht, sich allein auf seine Arbeit zurückzieht, in der trügerischen Hoffnung, dass ihre Ergebnisse allein alle Bedürfnisse des menschlichen Herzens stillen könnten. Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein (vgl. Mt 4,4)“ (Tschenstochau, 1979).

„Nur ein reines Herz kann vollkommen das große Werk der Liebe vollbringen, das die Ehe ist! Nur ein reines Herz kann vollkommen dem anderen dienen!“ (Johannes Paul II.)

Wie können wir diesen Ratschlag in unserem täglichen Leben umsetzen? Sein Leben auf den Felsen zu bauen, der Christus selber ist, bedeutet, sich ständig um eine tiefere Beziehung mit Gott zu bemü- hen, vor allem durch die Teilnahme an der Eucharistie sowie durch regelmäßiges Gebet. Im Jahre 1997 ermunterte der Papst in Posen junge Menschen auch dazu, das Wort Gottes zu lesen und zu betrachten, zum Sakrament der Buße zu gehen sowie über Fragen des inneren Lebens und des Apostolats in den kirchlichen Gemeinschaften nachzudenken. Denn seit über 2000 Jahren ist es die beständige Aufgabe der Christen, Christus „kennenzulernen, zu lieben und nachzuahmen“ (Novo millenio ineunte, 29).

„Damit der Mensch mehr »ist«, und nicht nur mehr »hat“ (Paris, 1980)

Auf Gott zu setzen bedeutet nicht, die Welt zu verneinen. Der Mensch soll den Auftrag Gottes erfüllen, sich durch Wissenschaft und Arbeit „die Erde untertan“ zu machen (Gen 1,28). Johannes Paul II. warnte jedoch vor einer allzu starken Konzentration auf die irdische Wirklichkeit, insbesondere durch eine ungeordnete Anhänglichkeit an materielle Güter. Er erinnerte: „Die menschliche Person, die als Bild und Gleichnis Gottes erschaffen wurde, darf nicht zu einem Sklaven von Dingen, wirtschaftlichen Systemen, technischem Fortschritt, Konsumismus oder eines schnellen Erfolgs werden. Der Mensch darf nicht zu einem Sklaven seiner verschiedenen Neigungen und Leidenschaften werden, die manchmal gezielt angestachelt werden. Vor dieser Gefahr muss man sich schützen“ (Posen, 1997).

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