2018-3 Zeugnisse

„Rafael” bedeutet: „Gott heilt“

Sep 17, 2018 Zeugnis

Alles begann, als ich etwa elf Jahre alt war und in den Ferien an einem Freizeitlager teilnahm. Dort kauften meine älteren Kollegen harte Pornografie. Es geschah, dass sie sie in unserem Zimmer anschauten, wobei sie alles laut kommentierten. Ich verstand nicht viel davon, aber die Bilder prägten sich mir für lange Zeit im Gedächtnis ein.

Später interessierten mich Dinge, die mit Sex zusammenhingen, immer mehr. Da waren Phantasien, Ausschnitte aus Zeitschriften, bis ich mir eines Tages dachte: „Was wäre, wenn…“ – und schon fiel ich herein. Im Laufe der Zeit begann ich immer tiefer in der Selbstbefriedigung zu versinken. Ich fand auch einen ständigen Begleiter für meine Masturbation: Pornofilme. Ich suchte nach immer stärkeren Reizen… In Gedanken ging ich damals immer weiter – alle Schulfreundinnen wurden zu Objekten meiner erotischen Phantasien… Erst suchte ich in der Selbstbefriedigung nach Liebe, aber schließlich kam es mir nur mehr darauf an, dass mich niemand bemerkte. Diese ganze Zeit hindurch machte ich mich kaputt, ohne das auch nur zu merken. Lange dachte ich nicht einmal darüber nach, ob das, was ich tat, eine Sünde war. Und obwohl ich mich während der Beichte an die Selbstbefriedigung erinnerte, hatte ich doch immer Angst und schämte mich, es zu sagen. Bücher und Zeitschriften bezeichneten Masturbation einstimmig als etwas Normales in der Pubertät. Es wurde auch geschrieben, dass ca. 73% der befragten Männer es eine Zeit lang getan hatten, und dass keine Religion irgendetwas dagegen hatte, sondern nur die „zurückgebliebenen“ Christen aus unerfindlichen Gründen sich deswegen verrückt machen und mit Krankheiten und Hölle drohen… Es wurde behauptet, mit der Selbstbefriedigung sei es wie mit Gymnastik – man muss ständig üben, um in Form zu bleiben…

Nach außen hin sah alles gut aus – ich trank nicht, ich rauchte nicht, ich ging in die Kirche, ich lernte gut, ich gab mich keinen langen, einsamen Betrachtungen hin, aber das Gewicht der Sünden auf meinem Rücken drückte mich immer mehr zu Bo

Nach etwa einem Jahr des Masturbierens beschloss ich, damit aufzuhören. Ich traf die Entscheidung, in Reinheit zu leben, aber leider halfen meine Versprechungen nichts… Immer wieder sagte ich mir, ich würde es immer seltener tun, bis ich ganz damit aufhören würde. Doch das Gegenteil kam dabei heraus: Je mehr ich aufhören und da herauskommen wollte, umso tiefer versank ich darin… Bald wurde die Masturbation bei mir ganz automatisch. Dennoch war ich ein sehr guter Schüler. Ich hatte ein gutes Gedächtnis und war vielseitig interessiert und begabt. Doch die ganze Zeit über gefiel es mir nicht, dass ich nicht tat, was ich wollte, sondern das, was ich nicht wollte… Also machte ich weitere Versuche, mein bisheriges Leben zu ändern. Ich sagte mir, ich würde ab morgen, ab Montag, ab nächste Woche, ab nächsten Monat usw. aufhören. Ich versuchte, ab Weihnachten aufzuhören, ab Neujahr, nach verschiedenen Kalendern: dem gregorianischen, dem julianischen, dem chinesischen… Um die Motivation zum Durchhalten zu haben, strich ich abstrakte Daten im Kalender an. Mein Rekord waren fünf Tage. Ich versuchte, ein Tagebuch zu führen. Ich schrieb, heute sei ein großer Tag, weil ich ab diesem Tag mein Leben vollkommen verändern würde. Das Tagebuch endete mit diesem Eintrag auf der ersten Seite…

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