Durch Selbstdisziplin zur Freiheit

Autor: Pater Mieczysław Piotrowski SChr

Die Trennung von Sexualität und Elternschaft sowie die Tatsache, dass man Sexualität als ein Mittel ansieht, um individuelles Vergnügen zu erreichen, führt zur absoluten Degeneration des Menschen und zum Niedergang ganzer Zivilisationen.

Professor J. D. Unwin, ein Anthropologe an der Universität in Oxford, veröffentlichte die Ergebnisse seiner langjährigen Untersuchungen in dem Buch Sex and culture, welches von der Oxford University Press herausgegeben worden ist. Professor Unwin ist zu dem Untersuchungsergebnis gekommen, dass die Befolgung moralischer Werte, die die Befriedigung des Sexualtriebes nur im Rahmen einer monogamen Ehe erlauben, einer der wichtigsten Faktoren ist, die zur Entwicklung der Zivilisation beitragen. Der Trieb wird dadurch sublimiert und entwickelt sich zu einer Quelle positiver Energie. Der Verzicht auf primitive Impulse setzt eine ungeheure Energie frei, die zum Antriebsmotor bei der Zivilisationsentwicklung wird.

Ein festes Prinzip

Professor Unwin wollte wissen, inwiefern sexuelle Normen die Entwicklung von Kultur und Zivilisation beeinflussen. Viele Jahre hindurch untersuchte er zu diesem Zweck die am besten entwickelten Zivilisationen: die griechische, die babylonische, die sumerische sowie die anglosächsische Zivilisation, sowie 80 andere primitivere, unterentwickelte Kulturen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen war für ihn richtig schockierend. Es stellte sich nämlich heraus, dass je strengere und anspruchsvollere sexuelle Normen in einer bestimmten Zivilisation gelten, desto höher ist die kulturelle Entwicklung innerhalb dieser Zivilisation. Wenn diese Beschränkungen hingegen liberaler ausfallen, dann verringert sich automatisch das kulturelle Niveau dieser Zivilisation. Unwin fand heraus, dass dies ein festes Prinzip ist und es keinerlei Ausnahmen davon gibt. Deshalb zählten global gesehen nur noch diese Zivilisationen, die sexuelle Normen vertraten, welche die Befriedigung des Sexualtriebes nur innerhalb der monogamen Ehe erlaubten. Sie degradierten sich aber, wenn es zu einer Liberalisierung dieser Normen kam, und gingen schließlich zugrunde, als die Sexualität zu einem Trieb verkam, der durch nichts mehr reguliert und gehemmt wurde.

Professor Unwin zufolge rutscht ein Volk auf die niedrigste kulturelle und zivilisatorische Stufe hinab, wenn es durch drei Generationen hinweg völlige sexuelle Schrankenlosigkeit praktiziert. Unwin bezeichnet diesen Zustand als die niedrigste, tierische Stufe des Kultes der Tiere und der Umwelt. Wenn die Sexualität von der Elternschaft getrennt wird und als ein Werkzeug zur Erlangung individuellen Vergnügens benutzt wird, dann führt dies zur vollständigen Degradierung des Menschen und zum Untergang ganzer Zivilisationen. Die letzte Etappe auf diesem dekadenten Weg stellt die Akzeptanz der Homosexualität als einer ganz natürlichen sexuellen Neigung dar. Dieselbe Gesetzmäßigkeit findet man im individuellen Leben ganz konkreter Menschen.

Den Leib bändigen

Wenn du nicht täglich daran arbeitest, um deine Sexualität den Anforderungen anzupassen, die Gott an uns stellt, dann wird dein Leben auf den Ruin hin zustreben. Vollkommenes und dauerhaftes Glück erreichen wir nur dann, wenn wir uns ganz Gott hingeben und Sein Leben, das Liebe ist, in unser Herz aufnehmen. Nur in einem reinen Herzen ist Platz für das Leben Gottes, und nur ein Mensch mit einem reinen Herzen kann wirklich lieben. Deshalb muss man jeden Tag daran arbeiten, um einen Platz für Gott im eigenen Herzen zu schaffen und sich mithilfe der göttlichen Gnade von allerlei Schwächen und schlechten Neigungen zu befreien. Damit Jesus uns reinigen, heilen und von allem Bösen befreien kann, müssen wir vollkommen damit einverstanden sein und eng mit Ihm zusammenarbeiten.

Diese Zusammenarbeit findet ihren Ausdruck in Selbstdisziplin, Askese und Abtötung der Begierden. Die Heilige Schrift fordert uns auf: „Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist!“ (Kol 3,5). Wir sollen unseren Leib zerschlagen und knechten (vgl. Kor 9,27). „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben“ (Röm 8,13). „Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden“ (Röm 8,6).

Der Körper strebt nach sofortiger Befriedigung des Sexualtriebes. Diese körperlichen Bestrebungen sollten durch die Kraft des Geistes gezügelt werden, d.h. dem göttlichen Gesetz der Liebe untergeordnet werden, welches besagt, dass nur in der sakramentalen Ehe der Geschlechtsverkehr eine Quelle der Heiligung sowie Ausdruck selbstloser und dauernder Hingabe ist. Wenn man hingegen den körperlichen Trieben nachgibt und vorehelichen oder außerehelichen Sex, Homosexualität, Petting und Masturbation praktiziert oder Pornografie anschaut, dann begeht man Todsünden, die die Liebe töten, den Egoismus vertiefen und zum geistigen Tod führen.

Wer seine sexuellen Triebe nicht beherrscht, der bleibt in der Sklaverei der Sinne gefangen. Er ist versklavt, also kann er auch nicht lieben und befindet sich im Zustand des geistigen Todes. Aus dieser furchtbaren Sklaverei der Sünden der Unreinheit kann nur Jesus befreien, wenn der abhängige Mensch dies von ganzem Herzen möchte und beharrlich mit Gott zusammenarbeitet.

Man muss sich ganz in die Hände des liebenden Gottes legen, grenzenlos auf seine Barmherzigkeit vertrauen. Jesus sagt: „Je größer das Elend, umso größer ist das Recht auf Meine Barmherzigkeit.“ Man muss sich sofort nach jedem schweren Fall erheben, und zwar durch die Beichte, und darum beten, eine Abneigung gegen alle Sünden der Unreinheit entwickeln zu können. Um erfolgreich seine körperlichen Begierden zu zähmen, ist es unerlässlich, schlechte Gewohnheiten aus dem eigenen Leben zu verbannen und gute zu entwickeln. Wenn bei jemand die Pornografie im Fernsehen oder im Internet zur Sünde führt, dann muss man diese Quelle des Bösen radikal abschneiden. Man sollte sich dergestalt einen Tagesablauf erstellen, dass das Gebet darin den ersten Platz einnimmt (Rosenkranz, Schriftlesung und Eucharistiebesuch), gefolgt von solider Arbeit und Erholung. Man sollte sich angewöhnen, gegen 22°° Uhr schlafen zu gehen und frühmorgens aufzustehen, um Zeit für das Gebet und für Sport zu haben. Für diejenigen, die keiner körperlichen Arbeit nachgehen, ist sportliche Betätigung an der frischen Luft die beste Art der Erholung. Wenn Faulheit, Apathie oder Unlust aufkommen, dann muss man sich dazu zwingen, seine guten Vorsätze trotzdem zu erfüllen. Das ist die praktische Art, „die körperlichen Triebe abzutöten.“

Die Zügelung der körperlichen Begierden und die Herrschaft über den eigenen Körper, das Abtöten von „Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft und böser Begierde“ wird nur dann vollends möglich, wenn wir vollkommen mit Christus vereint sind. Um die „Abtötung der körperlichen Triebe“ zu erleichtern und das Geschenk eines reinen Herzens zu erlangen, bittet dich Jesus, dass du dich Ihm vollkommen weihst und in die Bewegung der Reinen Herzen eintrittst. In dieser Gemeinschaft ist jeder willkommen, der glaubt, auf Jesus vertraut und aufrichtig die Verpflichtungen erfüllen möchte, die im Weihegebet der BDRH enthalten sind. In diese Bewegung kann man jederzeit eintreten! Vorher muss man jedoch zur Beichte gehen, dann Jesus in der heiligen Kommunion empfangen und sich Ihm ganz weihen, indem man das Weihegebet der Bewegung der Reinen Herzen betet. Der Eintritt in die Bewegung der Reinen Herzen ist eine der wichtigsten Entscheidungen in deinem Leben. Benachrichtige unsere Redaktion über diesen wichtigen Schritt, damit wir dich in das Buch der Reinen Herzen eintragen können. Denke immer daran, täglich das Weihegebet der BDRH zu beten und „Liebt einander!“ zu lesen, weil unsere Zeitschrift die Mitglieder der BDRH auf der ganzen Welt geistig formen soll (sie wird bereits in 21 Sprachen herausgegeben). Lese deshalb „Liebt einander!“ regelmäßig und fühle dich auch für die Evangelisierung deines Umfelds durch das Gebet, das eigene Lebenszeugnis und die Verbreitung unserer Zeitschrift mitverantwortlich.

Indem Jesus Christus wahrer Mensch wurde, hat Er gemeinsam mit uns seinen mystischen Leib – die Kirche – gebildet. Er ist unser Haupt, und wir sind die Glieder. Nur in der Gemeinschaft mit Jesus überwinden wir alle Anschläge des bösen Geistes und erreichen unsere Heimat im Himmel. Möge das Geheimnis der Weihnacht, der wunderbaren Anwesenheit Gottes, der wahrer Mensch wurde, um uns zu erlösen, für jeden von uns zu einer Quelle unzerstörbarer Freude werden.

 

Weihegebet der Bewegung der Reinen Herzen

Herr Jesus Christus, ich danke Dir, dass Du mich mit einer grenzenlosen Liebe liebst, mit einer Liebe, die vor dem Bösen beschützt, die aus den schlimmsten Niederlagen emporhebt und die die schmerzhaftesten Wunden zu heilen vermag. Ich übergebe Dir mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen Willen, meine Seele und meinen Leib zusammen mit meiner Geschlechtlichkeit.   Ich verspreche, bis zur sakramentalen Eheschließung keinen Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Ich beschließe, keine pornografischen Zeitschriften, Programme oder Filme zu kaufen, zu lesen und anzuschauen. (Mädchen können hinzufügen: ”Ich beschließe, mich nicht aufreizend anzuziehen und auch sonst keine lüsternen Gedanken oder Begierden bei anderen zu erwecken„) Ich verspreche, Dir täglich im Gebet und bei der Bibellesung zu begegnen, Dich oft in der Heiligen Kommunion zu mir zu nehmen und die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes zu praktizieren. Ich beschließe, regelmäßig zu beichten, sich nicht entmutigen zu lassen und sich sofort nach jedem Sündenfall zu erheben.   Herr Jesus Christus, lehre mich, wie ich systematisch an mir arbeiten kann, um meine sexuellen Regungen und Emotionen kontrollieren zu können. Ich bitte Dich um den Mut, täglich aufs Neue gegen den Strom zu schwimmen, damit ich keine Drogen nehme und alles meide, was abhängig macht, vor allem Alkohol und Nikotin. Lehre mich, so zu handeln, dass die Liebe an erster Stelle in meinem Leben steht.   Maria, meine Mutter, führe mich auf den Wegen des Glaubens zur Quelle der Liebe – zu Jesus. Gleich dem heiligen Papst  Johannes Paul II. möchte ich mich vollkommen Dir anvertrauen: „Totus tuus, Maria!” In Dein unbeflecktes Herz lege ich mich ganz hinein, alles, was ich bin, alle meine Schritte, jeden Augenblick meines Lebens. Selige Karoline, erbitte mir ein reines Herz. Amen!

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